Interkulturelle Kommunikation wird als eine soziale Interaktion von Akteuren aus unterschiedlichen Kulturen definiert und hat eine zunehmende Bedeutung. Wenn wir im Geschäftsalltag Menschen begegnen, die eine andere Sprache sprechen, so ist das gleichzeitzig eine Begegnung mit einer anderen Kultur. Auch wenn wir die Sprachkompetenz haben miteinander zu kommunizieren; die Vertrautheit mit der anderen Kultur ist zusätzlich zur sprachlichen Komponente oft sehr hilfreich um eine Brücke zu schlagen.
Im Bereich interkultureller Kooperationen werden Sie erst erfolgreich wenn Sie sich auch mit der Geschäftskultur Ihres Partners auseinandersetzen.
Anbei einige Business Tipps aus dem e-Book Interkulturelle Kompetenz -Der Schlüssel für gernzüberschreitenden Erfolg, Dr. Agata Danis, kmu-forum Verlag, 2007
Deutschland
Unter dem Motto “Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser” verlassen sich die Deutschen nur auf belegbare Daten und Fakten. Wer mit einem Deutschen ins Geschäft kommen will, muss “Beweismaterial”, Referenzen und Zeugnisse bereithalten.
Das ausgeprägte Qualitätsbewusstsein eines Deutschen sollten Sie nie enttäuschen. Das beginnt bei funktionierenden technischen Geräten für die Präsentation und endet bei qualitativ hochwertigem Design für die Verpackung. Gut ist eine Leistung dann, wenn sie perfekt ist. Die Professionalität rechtfertigt dafür auch einen höheren Preis. Den wird ein Deutscher übrigens in den seltensten Fällen versuchen zu verhandeln, dafür erwartet er sich von vornherein ein realistisches Angebot.
Sprachlich bringt es der Deutsche ohne Umschweife auf den Punkt. Er sagt, was er denkt, kommuniziert klar und unmissverständlich. Auch unter Druck bleibt er kühl und sachlich und besteht auf seiner Position.
Schweiz
Geschäfte mit Schweizern laufen “nach Drehbruch” – präzise, sachlich und projektbezogen – ab. Damit ist man zwar vor Überraschungen geschützt, kann aber im Gegenzug auch keine Flexibilität erwarten. Ad-hoc-Entscheidungen gehören nicht zu den Stärken von Schweizer Managern, die es gewöhnt sind, perfekt organisiert und geplant ihren Businessalltag zu bestreiten.
Schweizer sind reserviert und nicht daran interessiert mit ihren Geschäftspartnern Privates zu besprechen. Bei Besprechungen kommen sie ohne die Umwege eines Small Talks auf den Punkt. Sie sind daran gewöhnt offen und direkt zu kommunizieren. Ein klares Ja wird ebenso geschätzt wie ein eindeutiges “Nein”. Denn für langes Herumreden hat zumindest der Deutschschweizer keine Zeit. Zögerliche Aussagen kommen ebenso wenig an wie humorvolle Sidesteps. Die Schweizer aus den italienisch oder französisch sprechenden Gebieten sind, ihrer eher südländisch geprägten Art nach, ein bisschen weniger formell.
Tschechien
Im Geschäftsleben nehmen sich die Tschechen genügend Zeit, bis sie eine Entscheidung treffen, sie bevorzugen eine höfliche bis reservierte Beobachtungsposition. Die Sympathie der Tschechen kann man mit seriösem Auftreten gewinnen. Ein Geschäftsmann soll “solidni” sein – solide nicht nur im finanziellen Sinne, sondern auch in der Form von Verlässlichkeit.
Die Tschechen vermeiden alles Auffallende, sei es das Business Outfit oder die Selbstpräsentation. Die typisch tschechische Art der Selbstpräsentation grenzt immer ein bisschen an das Sarkastische, sie können mit leichter Ironie über die eigenen Schwächen reden und lachen.
Die Tschechen bleiben auch im Geschäftsleben ruhig und gelassen, nichts kann sie aus der Ruhe bringen. Ein “drängender Auftritt” ist den meisten von ihnen fremd.
Die Gelassenheit und Lässigkeit kann den Eindruck erwecken, dass die Tschechen einen halbherzigen Zugang zur Arbeit haben und nicht bei der Sache sind. Dieser Eindruck kann täuschen.
Dr. Agata Danis
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Artikel “Erfolgreiche Kommunikation im Bereich interkultureller Kooperationen”