In der arabischen Welt formieren sich derzeit die Menschen via Facebook, um sich von ihrem Regime loszusagen. Via Twitter verfolgen über 8 Millionen User Lady Gaggas Besuch bei den Pariser Modeschauen, wackelige Fotos inklusive. Auf der Facebookseite von Red Bull tummeln sich 15 Millionen Dosen-Fans. Armin Wolf zwitschert live in der ZIB2 und 20.000 Follower lesen in Echtzeit mit. (Quelle: http://socialmediaradar.at/ & http://twitaholic.com)

Communities, also im weitesten Sinn Gemeinschaften, können völlig unterschiedliche Ausprägungen haben. Unter den gehypten Begriffen “Web 2.0” und “Social Network” sind in den letzten sechs Jahren neue Kommunikationskanäle entstanden. Neu deshalb, da das Web plötzlich ganz ohne technische Kenntnisse für Otto-Normalverbraucher zum neuen Sprachrohr wurde. network_communityMeinungen können ganz einfach ausgetauscht werden – weltweit. Zwei Drittel aller Deutschen nutzen das Internet als Unterstützung bei der Kaufentscheidung im Unterhaltungs- und Elektornikbereich (http://www.tns-infratest.com). Dabei sind besonders Foren sehr beliebt. Amazon (http://www.amazon.de/) bietet schon seit Jahren die Möglichkeit, Bücher zu bewerten. Auch das ist eine Form von Community. Sobald mehrere Personen mit ähnlichen Interessen zusammen kommen und die Möglichkeit der Kommunikation geboten wird, ist die Basis für eine Gemeinschaft geschaffen. Diese Entwicklung kann natürlich auch gezielt angestoßen werden.

Facebook ist nur ein “Werkzeug”
Facebook, Twitter, YouTube, Tumblr und Co, also soziale Netzwerke, sind bei der Entwicklung von Communities nur Werkzeuge. Sie bieten eine Heimat für eine Vielzahl von Interessensgemeinschaften. Jeder Mensch ist Mitglied mehrerer Gemeinschaften. Wie ein Chamäleon kann man gleichzeitig Sportler, Unternehmer, Apple Fan und leidenschaftlicher Koch sein. Daraus resultieren auch unterschiedliche Informationskanäle, über die der Austausch stattfindet. Jeder Apple Fan kennt “Mac Rumors” (http://www.macrumors.com/), ein Forum, in dem über die neuesten Entwicklungen von Apple spekuliert wird. In Salzburg haben die Salzburger Nachrichten unter mein.salzburg.com eine Fotocommunity etabliert, auf der sich Hobbyfotografen über ihre Fotos austauschen.

Der Community-Manager
Um selbst eine Plattform für Menschen mit ähnlichen Interesse zu gründen, sollte man sich zunächst auf die Suche begeben. Man muss dort sein, wo die Gespräche stattfinden. Dies gilt gleichermaßen für Unternehmen als auch für nicht-kommerzielle Interessensgruppen. Ein so genannter Community-Manager ist der moderne Vereins-Obmann. Er begeistert die Mitglieder, organisiert diese, verteilt Informationen und “bringt die Leut zusammen”.

Damit die eigene Idee erfolgreich ihre Anhänger findet, sind folgende Steps hilfreich:

1. Research
Über Google kann man eine gezielte Suche in Blogs, Foren, sowie Echtzeitkanälen starten und so noch besser heraus filtern, wo sich die potentiellen Interessenten tummeln. Auf diese Art und Weise finden sich zudem ähnlich positionierte, bereits bestehende Netzwerke.

Zielscheibe_Mittelpunkt 2. Influencer identifizieren
Zu Beginn gilt: So viel wie möglich über die Zielgruppe in Erfahrung bringen. Als Betreiber einer Community muss man selbst zum Experten werden. Nur so identifiziert man die Meinungsbildner und deren Kommunikationskanäle. Dabei ist es wichtig über den Tellerrand hinaus zu sehen und auch mal in der Offline Welt entsprechende Veranstaltungen zu besuchen. Fotografen wird man zwangsläufig bei Fotoworkshops und Fotoausstellungen treffen. Dadurch können wertvolle Infos ges ammelt werden. Beispielsweise wie die Fotografen ihre Ausstellungen bewerben, wo sie sich treffen, etc.

3. Vernetzung mit den Influencern
Ein Influencer oder sogenannter Meinungsbildner ist beispielsweise ein angesehener, bekannter Fotograf, der aktiv über sein Thema via Twitter kommuniziert. Mittels “@Fotograf” oder “D fotograf” ist es einfach und unverfänglich mit diesem Influencer in Kontakt zu treten und ihn für die eigene Idee zu begeistern.

4. Gemeinsam ist man weniger allein – Partner finden
Partnerschaften mit bestehenden Netzwerken, Gemeinschaften, Veranstaltungen etc. können ebenfalls enorm hilfreich sein, um die eigene Idee zu etablieren, Mitglieder zu gewinnen und auch neuen Input zu erhalten. Ein Hobbyfotograf des mein.salzburg.com Fotoblog hatte Kontakt zu einer innovativen Druckerei. Die Idee wurde aufgegriffen und ein gedruckter Fotokalender mit den beliebtesten Fotos entstand. Ein Fotoblog ist nicht zwangsläufig auf das Web beschränkt. Aus dieser Überlegung heraus wurde über eine eigene Vernissage in einem Einkaufszentrum die Community in die reale Welt geholt.

5. Kontakt mit der Gemeinschaft pflegen
Eine Community will gepflegt und gehegt werden und der direkte, persönliche Kontakt als “Community-Manager” zu den Mitgliedern ist enorm wichtig. Gerade besonders aktive Teilnehmer können wertvolles Feedback geben, welches bei der Entwicklung einfließen kann.

Salzburg6. Bedürfnisse klären
Communities können unterschiedliche Ziele verfolgen. Xing etwa ist nützlich, um seine beruflichen Kontakte zu pflegen. Die Hobbyfotografen auf mein.salzburg.com nutzen die Community, um von Gleichgesinnten Feedback zu bekommen und sich fotografisch weiter zu bilden. Durch die Kontaktpflege mit den Meinungsbildnern der Plattform entstand die Idee einer Fotowanderung. Einerseits konnten sich die Mitglieder so “in Echt” treffen, andererseits bot die Community einen echten Mehrwert: einen kostenlosen Fotoworkshop für alle Teilnehmer.

7. Die richtige Sprache sprechen – manchmal reichen 140 Zeichen
Relativ rasch stellt sich heraus, dass Twitteruser eine vollkommen andere Sprache sprechen als Facebook User. In einem Forum wird richtiggehend gefachsimpelt, während eine Botschaft auf Twitter gerade mal 140 Zeichen hat. Auf Xing präsentieren sich Menschen im Anzug, wo hingegen ihr Facebook Profilfoto im letzten Urlaub entstanden ist. Die Aufgabe eines Community-Manager ist es, egal in welchem Kanal, immer authentisch, ehrlich und auf Augenhöhe mit seinen Mitgliedern zu kommunizieren. Komplett verzichtet werden sollte auf Werbesprüche und Marketingbotschaften. So spricht man ja im echten Leben mit seinen Vereinskollegen auch nicht! Lieber ein krummer, humorvoller Satz zu viel als einmal eine Frage eines Mitglieds übersehen.

Fazit: Querdenker
Am Beispiel des mein.salzburg.com Fotoblogs wird klar, dass querdenken nicht nur hilft die eigene Community aufzubauen. Querdenken ist vor allem gefragt, um sich von bestehenden Angeboten zu unterscheiden. Es gilt, ein besonderes Service zu entwickeln, den Mitgliedern einen Mehrwert zu bieten und seine ganz eigene (Community-)Nische zu finden. Dabei sind Querdenker ganz sicher erfolgreicher als jene, die ausgetrampelte Wege beschreiten.

DI(FH) Christina Rittchen

profession_blog

querdenken.at
DI(FH) Christina Rittchen
Anton-Hall-Straße 7
5020 Salzburg
M +43 699 11 62 17 29
E christina@querdenken.at
W http://www.querdenken.at

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Dieser Artikel wurde verfasst am Montag, März 14th, 2011 um 23:37.
Kategorie: Coverstories.

 

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Artikel “Strategische Entwicklung von Communities. – Querdenken gefragt?”

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