Was geschieht mit unserer Sprache und deren Inhalt. Werden einst noch inhaltlich stark verankerte Wörter durch den Kakao gezogen, um die vermeintlich „billige“ digitale Welt künstlich aufzublasen oder schwächen wir die Bedeutung und den Inhalt dieser Wörter in der realen Welt.
Als Kind gab es bei uns Straßenfeste und wenn einmal das Mehl beim Kuchenbacken ausging, so wurde ich von der Mutter zum Nachbarn geschickt, um dort welches zu bekommen. Für mich war diese gute alte reale Welt sehr sozial. Unter dem Wort „sozial“, verstand ich damals mit den Nachbarskindern eine Beziehung aufzubauen, welche größtenteils heute noch von der aufgebauten Substanz lebt, weil das Interesse bzw. der kleinste gemeinsame Nenner, die Gemeinsamkeit und der Austausch von Informationen beinhaltete und jeder auf das Wohl des anderen schaute und sich so die „Community“ von damals förderte und half. Und wo stehen wir auf Grund der herangezüchteten Leistungsgesellschaft und der omnipräsenten Informationsflut heute? Was bedeutet das Wort sozial überhaupt noch und wer bestimmt über Zuordnung bzw. Anwendung des Vokabulars an die neue digitale virtuelle Welt von heute und morgen?
Digitale und soziale Netzwerke
Die digitalen sozialen Netzwerke von heute funktionieren nicht anders, wie die von anno dazumal, in der guten alten Zeit. Nur, dass alles wie im Zeitraffer von statten geht und vollzogen wird. Der Run auf die Netzwerke ist seit geraumer Zeit vorbei und jetzt geht es nun darum, welches digitalisierte soziale Netzwerk es schafft, auf Grund von Attraktivität bzw. Image, der Innovation – welche intern vorangetrieben oder mittels Unternehmensübernahme aufgebaut wird, sowie der Datensicherheit in Verbund mit der Penetration an Werbeaktivtäten auf der Plattform, seine Bewohner, Mitglieder, Gönner, Freunde zu behalten. Diesbezüglich wurden die relevantesten deutschsprachigen sozialen Netzwerke von einer PR-Agentur in Form eines „Social Media Planner“ zusammengetragen und in einer Übersicht dargestellt, welche für die Allgemeinheit zugänglich ist und einen Überblick über die der Netzwerklandschaft ermöglicht.
Dies sollte vor allem Werbetreibend aufzeigen, dass es neben dem „Gesichtsbuch“, noch andere und vor allem inhaltlich fundierte Netzwerke im deutschsprachigem Raum gibt und ein Ende bislang noch nicht abzusehen ist, da sich Unternehmen, sofern sie sich in solchen bewegen bzw. sich dort aktiv positionieren wollen, dessen Abhängigkeit und Willkür unterzuordnen haben. Der vermeintliche Platzhirsch in Österreich, hat im deutschsprachigen Raum seit geraumer Zeit seine erste reale Niederlassung und steuert von dieser aus seine Beratertätigkeit betreffend der individuellen Werbemöglichkeiten der Platt- form, wobei die strategische Ausrichtung der Beratung wiederum in Richtung Top 100 – Werber lieben dürfte und somit die heimische Social Media Agentur-landschaft für individuelle Lösungen und auf den jeweiligen Klienten bzw. das zu betreuende Unternehmen, maßgeschneiderte Kommunikationsstrategien konzipieren und vor allem bei Social Media Aktivitäten sehr wichtig, in enger Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Klienten bzw. Unternehmen umsetzen.
Die User von sozialen Netzwerken,
wollen und haben auch das Anrecht, sich mit dem jeweiligen Unternehmen direkt und nicht mit einer Agentur zu unterhalten. Wie auch bei klassischen Kampagnen macht hier der Ton die Musik, was sich einer Studie von Ethority zufolge auch wiederspiegelt, da die meistdiskutieren Marken im Social Web der Suchmaschinengigant und verschiedenste Auto- mobilmarken übernommen haben. Diese Themen bzw. Marken stehen entweder im direkten thematischen Kontext der aktuellen Ereignisse oder haben sich mittels Marketingbudget zum Thema positioniert.
Was heißt dies nun für ein Unternehmen konkret,
welchen Nutzen generiert man durch die Präsenz im Social Web? Diese Frage lässt sich trotz dessen langjährigen Bestehens nicht ohne weiteres auf den Punkt bringen, dennoch gibt es relevante Unterschiede bezüglich der Nutzungsarten dieser Mediengattung. Einerseits werden von Unternehmen Blogs ins Leben gerufen, um mit Hilfe einer „Community von selbstlosen Nerds“ deren Produkte bzw. Dienstleistungen zu verbessern bzw. mittels ausgeklügelten Werbekampagnen den Vorverkauf zu forcieren. Auf der anderen Seite gibt es die sozialen Netzwerke, bei welchen von Werbetreibenden versucht wird, aufgrund eines rein ökonomischen Ansatzes, Waren und Dienstleistungen an den User zu bringen, was aber im Endeffekt als Un- bzw. in letzter Konsequenz als Asozial entlarvt werden kann, bzw. der intendierte Erfolg sich gar nicht erst einstellt, weil sich der mündige User im sozialen Netzwerk, wie in der guten alten Zeit, mit dem virtuellen Nachbarn bzw. anderen Netzwerk-Usern austauscht. Das Wort „Freund“ wurde von mir demonstrativ nicht verwendet, da diese Wort im Netzwerk und der Bedeutung in der realen Welt, so viel gemeinsam hat, wie ein Mineralölunternehmen mit Umweltschutz.
Trends
Mittlerweile lässt sich ein weiterer Trend im Social Web erkennen, welcher sich auch bei uns in bälde durchsetzen dürfte. Da der mittlerweile geläufige Begriff Blogger etwas an seiner Attraktivität verloren hat, tritt im videobasierten Social Web (z.B. Youtube) der Vlogger zu Tage. Diese Spezies an Laienschauspieler stellen nichts anderes dar, als zum Teil bezahlte Jedermanns, welche bevorzugt Waren, die vermeintlich von ihnen gekauft wurden, anpreisen. Die semiprofessionelle Aufbereitung der Inhalte bzw. Videos würden darauf schließen lassen, dass es sich dabei um nicht kommerzielle Inhalte handle, was aber mittlerweile nur noch vereinzelt der Fall ist, da die Vlogger eingekauft werden oder sich selbst vermarkten.In Bezug auf Konzeption, Planung und Erfolg einer Social Media Kampagne, stellt sich wie auch bei klassischen Werbekampagnen die Frage, wie richtig kommuniziert wird.
Diesbezüglich gibt es zwar keinen roten Faden, aber es werden neue Messkriterien und Kennzahlen entwickelt. In der digitalen Mediaplanung ist die Anzahl von Sichtkontakten oder Performance, in Form von Klicks oder Konvertierungen der Internet-User auf Werbe- oder Informationskampagnen ausschlaggebend, wobei in sozialen Netzwerken die Anzahl von Mitgliedern, Fans und deren Aktivität entscheidend ist, was letztendlich als Aktivitätsindex der Community aus- gewiesen wird. Der Weisheit letzter Schluss als User und auch als Werbetreibender in sozialen Netzwerken kann nur sein, sich authentisch und ehrlich in diesen zu bewegen und der Sager, „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz un- geniert!“, dort keine Existenzberechtigung hat.
Der einfache User hat es im Vergleich zum Werber sehr einfach
und legt sich im Bedarfsfall ein neues Profil (Identität) an, wobei der Werbetreibende das Image mit entsprechendem Kam- pagnenbudget sich wieder erkaufen darf. Wir dürfen uns jedenfalls schon heute auf ein richtig digitales Morgen ein- stellen, da es bis jetzt noch keinem digitalen Netzwerk gelungen ist, die Möglichkeiten der digitalen Welt sich Untertan zu machen. Es wird bis dato immer noch zu sehr an gelernte Muster der realen Welt aufgesetzt und nicht das gesamte Potenzial der digitalisierten virtuellen Welt angewendet. Wann es so weit sein wird, werden wir in Österreich bestimmt wieder von den New-Economy-Hochburgen wie z.B. Kalifornien, Indien, Israel und Co. lernen bzw. vorgelebt be- kommen, oder haben Sie schon einmal innovative Fallstudien von österreichischen Unternehmen gesehen, welche sich als „First Mover“ positionierten?
Konrad Warch
tba
Konrad Warch
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Quellenangabe Bildmaterial:
http://www.ethority.de/weblog/social-media-prisma/
http://www.youtube.com/watch?v=JpL7YpPRpCY
Fotografin, Expertenbild: © Doris Heneis

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Artikel “Paradigmenwechsel oder alter Wein in neuen Schläuchen? Der Anglizismus und dessen Verwendung lebe hoch.”