9 von 10 Menschen produzieren keine eigenen Inhalte online, sondern sie „liken“, „sharen“, „diggen“ oder „faven“. Von diesen 10%, die eigene Inhalte produzieren, wird erwartet, dass sie diese kostenlos zur Verfügung stellen.
Seit den Anfängen des WorldWideWeb
sind wir darauf getrimmt, Inhalte online zu stellen und mit anderen zu teilen. Die statischen Webseiten der 90er Jahre sind mittlerweile den Blogs, Wikis, Social Networks gewichen, wo täglich neuer Content entsteht und weiterverteilt wird. Alle, die etwas zu sagen haben, können dies in einer Form „online“ tun. Haben Sie ein Restaurant, einen Tourismusbetrieb oder verkaufen Sie Dienstleistungen wie Beratung, Schulung, Coaching oder Handarbeit – für alles findet sich im Netz eine geeignete Plattform, sich zu präsentieren, die Produkte vorzustellen, sich mit anderen zu vernetzen, um die Auffindbarkeit, den Verkauf zu erhöhen und das Markenbewusstsein zu stärken.
Heute können Sie dies tun, indem Sie einen Blog starten, und über Ihre Produkte, Dienstleistungen und Expertenwissen berichten.
Sie schaffen dadurch eine eigene Community, die sich weiterträgt. Ihre Online-Aktivitäten verhelfen Ihnen zu einer Art „Online-Identität“, die Ihrem Unternehmen mehr Körper, Inhalt und Vertrauen schenkt. Sie werden, dadurch dass Sie Ihr Wissen online zur Verfügung stellen, als seriöse Quelle angesehen und werden von anderen zitiert bzw. als Quelle verlinkt. Die 1-zu-1-Beziehungen von früher werden durch das Ermöglichen von Online-Interaktion, Diskussion und Fragenstellen erweitert, jetzt kann auch in den Zeiten, wo Sie nicht persönlich „anwesend“ sind, über Sie, durch Sie bzw. mit Ihnen ausgetauscht, Fragen gestellt bzw. diskutiert werden. Da dies auch online geschieht wächst Ihre „Online-Reputation“.
Warum „teilen“, warum „kostenlos“?
Isaac Mao nennt dieses Phänomen „sharism“, es liegt in der Natur des Menschen, zu teilen. Durch das Internet sind wir vernetzt, das Internet beschleunigt das Kreieren, das Kollaborieren an gemeinsamen Inhalten und das Weiterleiten von neuen Inhalten an größere Online-Communities.
Es gibt mittlerweile über 200 Millionen Blogs, 400 Millionen Facebook-User.
Auf Youtube werden in jeder Minute 24 Stunden Videomaterial hochgeladen. Auf Twitter werden täglich zwischen 40 bis 60 Millionen Tweets (140 Zeichen Kurznachrichten) abgeschickt. Wenn Sie jetzt denken, freies Wissen ist „kostenlos“ und „umsonst“, möchte ich Ihnen einige Beispiele zeigen. Die guten Inhalte werden mit anderen geteilt. Durch das „soziale filtern“ werden die interessanten Inhalte nach oben gereiht, und die weniger interessanten nach unten gereiht. Dies ist ein Ausdruck der „emergent democracy“, entsteht durch das aktive Mitmachen von „vielen“ „ungeplant“ und „dezentral“. Die „vielen“ Akteure online bilden das soziale Filter und Sie können davon Gebrauch machen.
Es wird von Ihnen nicht erwartet, dass Sie ununterbrochen „kostenloses“ Wissen veröffentlichen,
Sie können auch so vorgehen und das „freie“ Wissen für sich Nutzen, indem Sie für andere ein gutes soziales Filter werden, indem Sie vielfältige Themen verfolgen, Blogs, Websites, Menschen (!) abonnieren und diese nach guten interessanten Inhalten durchsuchen und die interessantesten weiterleiten. Es geht nicht nur darum, dass Sie selbst als Einzelperson sehr viel lesen, sondern auch darum, wie Sie das von Ihnen Gefilterte anderen zugänglich machen. Menschen abonnieren nicht nur gute Inhalte sondern auch „gute soziale Filter“. D.h. wenn von Ihren Online-Aktivitäten 1/10 Eigen-Content ist, kann 9/10 ruhig Fremd-Content sein, auf den Sie verweisen, die Sie kommentieren, oder gegen argumentieren. So funktionieren auch die „Social News Sites“, Sie können sich an diesen orientieren.
Wenn Sie denken mit möglichst viel Content werden Sie mehr verlinkt, irren Sie sich;
nur was gut ist und Interesse weckt, wird online weitergereicht. Auch ein wahrer Punkt ist das „not invented here“-Syndrom, Sie können nicht von all Ihren Mitbewerbern erwarten, dass sie Ihre Inhalte ständig verlinken, alle Links von Ihnen gut finden, „liken“ etc. Nur wenn Sie etwas bahnbrechendes erfunden haben, eine neue Theorie oder Erkenntnis erlangt haben, werden diese Inhalte von Ihrem Mitbewerb weitergetragen. Es gibt sehr viel guten Content online, daher wird Wert darauf gelegt, „was der Mehrwert“ von dem neuen Inhalt ist.
Bei Ihren Kunden und Lieferanten ist es anders,
durch Ihre Online-Aktivitäten haben Sie die Möglichkeit, in direkte Gespräche verwickelt zu werden, die für andere einsehbar sind. Wenn Sie gute Produkte liefern und Ihr Wissen online preisgeben, ist es naheliegend, dass Ihre unmittelbaren Geschäftspartner dies auch wertschätzen und für Sie das „soziale Filter“ spielen. Sie haben im Zeitalter des Internet nicht nur 1-zu-1-Beziehungen sondern n-zu-n Beziehungen, alles was Sie online machen, wird von anderen zu einem größeren Online-Publikum nach außen weitergereicht.
|
Quellen: 1. Percentage of online consumers using blogs and user-generated content, 2008 3. Sharing on the internet, AddToAny, 2009 http://www.slideshare.net/isaac/sharism 5. Socialnomics Video, Erik Qualman, 2009 |
Im Zeitalter des Internet und mobiler Applikationen sind wir immer und überall „online“
und wollen das Gesuchte schnell finden, das Aktuellste gleich erfahren und immer up-to-date sein. Wesentlich für unsere Suche ist die Geschwindigkeit, wie sich verändernde Daten und Fakten auf eine Website übertragen. Wenn Sie eine Website aufsuchen, was fällt Ihnen zu Beginn auf? Mir fällt gleich auf, von wann der letzte Beitrag war, oder wann die Seite zuletzt geändert wurde. Für mich ist die Aktualität der Seite wesentlich, um in meinen Augen eine verlässliche vertrauenswürdige Quelle zu sein. Genau aus diesem Grund ist es von Vorteil, das Online-Publizieren in Ihre Kommunikationsstrategie zu integrieren, und so wie Sie Visitkarten / Flyer drucken oder Werbung schalten, Ihre Inhalte stets aktuell und up-to-date halten. Wer auf Veränderungen reagiert und das nach außen kommuniziert, wird positiv auffallen, und wird im Zeitalter der „Verlinkungen“ am ehesten verlinkt. Durch Ihre wiederkehrenden Lebenszeichen bleiben Sie im Gedächtnis, und durch Ihre aktuellen Inhalte erobern Sie sich „ein großes Stück“ Aufmerksamkeit.
Mag. Meral Akin-Hecke
Digitalks – Netzwerk für digitale Medien
Mag. Meral Akin-Hecke
Leiterin und Gründerin Digitalks
Baumgartenstr. 91, A- 1140 Wien
T +436641032569
E info@digitalks.at
W www.digitalks.at

4 Comments, Kommentar oder Ping
peter
mich würde mal interessieren, woher diese zahlen kommen – 9 von 10 Menschen produzieren keine eigenen Inhalte online – gibts dazu eine studie? oder sind das nur erfahrungswerte aus dem eigenen umfeld.
Mai 6th, 2010
Meral / Digitalks
Antwort auf die Frage von Peter:
Die Studie ist unter den Quellenlinks der erste Eintrag
http://www.forrester.com/Groundswell/images/groundswell_figure_2-1.jpg
Die Studie wurde von Forrester gemacht und wurde als Buch veröffentlich, online findet man nur einen Auszug.
lg
Meral
Mai 11th, 2010
Artikel “Gratis-Medien im Zeitalter des Internets und mobiler Applikationen”