Was ist Ethnomarketing? - „ethnos“ (griech.) = Volk – Ethnomarketing richtet sich an Zielgruppen, die als ethnisch andersartig im Vergleich zur Mehrheitsbevölkerung eines Staates betrachtet werden. Man spricht hier gezielt Personen unterschiedlicher Herkunft (Völker) an, und berücksichtigt deren Sprache, kulturelle Vielfalt und Gepflogenheiten.

Diese sind zum Beispiel:

  • Austrotürken
  • Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien
  • Russen
  • Ungarn
  • usw.

Warum sollten Unternehmen diese Marketingstrategie anwenden?

1. Kunden gewinnen
Die demografischen Daten zeigen deutlich, dass immer mehr Menschen aus diversen Ländern nach Österreich kommen und sich niederlassen. Diese Personen leben und arbeiten Tür an Tür mit Österreichern, Serben, Portugiesen, Deutschen, Türken, Tschechen, Polen, Schweden, Japanern, Franzosen und vielen anderen Personen unterschiedlicher Herkunft.

Rund ein Fünftel der ÖsterreicherInnen hat einen Migrationshintergrund. Wer diese Zahl vernachlässigt, vernachlässigt seine Kunden und somit den Geschäftserfolg.

Warum sollten Unternehmen diese Marketingstrategie anwenden_Manuel Bräuhofer2. Geld verdienen
Menschen mit Migrationshintergrund aller Generationen haben Bedürfnisse. Um diese zu stillen, geben Sie Geld aus. Sie investieren in Lebensmittel, Bildung, Transport, Lifestyle, Unterhaltung & Co und tragen damit wesentlich zum Wirtschaftswachstum bei.

3. Neue Märkte erobern
Die Werbewirtschaft verwendet praktisch ausschließlich westliche Familienkonstellationen und Botschaften. Europäische Werte und Regeln sind dieser Zielgruppe praktisch fremd. Sie werden dadurch nicht angesprochen. Um einen neuen Markt zu erobern, muss dies geändert werden. Mit gezielter Ansprache von Zielgruppen abseits des Mainstreams eröffnen sich komplett neue Märkte. Vielleicht wurde der Bedarf an gewissen Produkten und Dienstleistungen noch nicht geweckt. Die Chance, einen „neuen“ Markt im bereits übersättigten Konsumdschungel zu erobern, ist durch eine eventuelle Anpassung des Angebots und einer ernsthaften Kommunikationslinie zu erreichen.

Gesellschaftspolitisches Zeichen _Manuel Bräuhofer4. Imagebildung
Ethnomarketing ist in Österreich (leider) immer noch etwas Innovatives. Seien Sie das erste Unternehmen Ihrer Branche, welches für ein „Miteinander“ steht. Dies stärkt das Image nicht nur in der angesprochenen Zielgruppe sondern macht Sie auch in der breiten Öffentlichkeit deutlich sichtbarer.

5. Gesellschaftspolitisches Zeichen
Als positiven Nebeneffekt, setzt man mit Ethnomarketing auch ein gesellschaftspolitisches Zeichen. Neben dem Gewinn von neuen Kunden und einem damit verbundenen Umsatzplus wird man in der Gesellschaft auch anders wahrgenommen. Dies passiert beispielsweise durch potentielle ArbeitnehmerInnen, welche Ihr Unternehmen als tolerant, weltoffen und modern identifizieren – und Sie erhalten dadurch den Zugang zu vielfältigen und hochqualifizierten MitarbeiterInnen. Auch Lieferanten, Partner und Kunden werden Ihr Signal für Toleranz, Akzeptanz und Innovationsgeist sehen. Dieses Handeln führt zu einem Umdenken und zu mehr Farbe in der grauen Wirtschaftswelt.

7 Gute Gründe für Ethnomarketing

1.Riesengroße Zielgruppe
In Österreich leben rund 1,6 Mio. Menschen mit Migrationshintergrund. Das ist ein Fünftel der österreichischen Gesamtbevölkerung. Die zwei größten Gruppen machen die 740.000 Personen aus dem ehemaligen Jugoslawien (Serbien, Bosnien, Kroatien, u.a.) sowie die 250.000 BürgerInnen aus der Türkischen Community aus.

Eindrucksvolle Beispiele: 740.000 Menschen entsprechen knapp 10% der Gesamtbevölkerung

250.000 Personen entsprechen der Einwohnerzahl von Graz

2. Verlangen nach Respekt und Anerkennung
Migranten aller Generationen, aber vor allem die „new Generation“ (3. und bereits 4. Generation) von jungen, urbanen Migranten, verlangen Anerkennung und Respekt. Die Sprache ist der wohl offensichtlichste Unterschied verschiedenster Völker und obwohl sprachliche Barrieren gerade bei jungen Menschen kein Thema sind wollen diese dennoch in Ihrer „Muttersprache“ kommunizieren und angesprochen werden.

3. Markentreue
Werden Migranten-Communities direkt angesprochen, darf man sich über eine überdurchschnittliche Markentreue freuen. Vor allem Markenprodukte im Luxus- und Lifestyle-Bereich erfreuen sich großer Beliebtheit. Dies liegt in erster Linie daran um sich selbst, seinem Umfeld und der Verwandtschaft in der Heimat zu signalisieren, dass man es „geschafft“ hat (in der neuen Heimat Fuß zu fassen).

4. Selbstbewusst, kommunikativ und einflussreich
Migranten sind selbstbewusst und überaus kommunikativ. Sie treffen sich auf Straßen, in Geschäften oder Cafés und tauschen sich über unterschiedlichste Themen aus. Da der Konsum, einen wesentlichen Bestandteil unseres täglichen Lebens einnimmt, ist dies auch ein wesentliches Thema in der Kommunikation unter Migranten. Genau erkennt man, welcher Einfluss und welche Macht auf Marken, Produkte und Dienstleistungen wirken.
Nicht um sonst gibt es das Sprichwort: „Hat man einen Türken für sich gewonnen, erhält man seine ganze Sippschaft dazu.“

Die Communities haben eine überdurchschnittlich ausgeprägte Weiterempfehlungsbereitschaft. Marken werden vergöttert und ein absolutes „Must-have“ für eine gesamte Generation, Produkte bekommen einen Halbmond und Dienstleistungen werden mehrsprachig angeboten.

Nur VORSICHT: Der Schuss kann auch nach hinten los gehen. Gerade in der Kommunikation mit Zielgruppen anderer Herkunft muss man besonders vorsichtig und behutsam umgehen um keinen gegenteiligen Effekt zu erzielen. So schnell die Community FÜR ein Unternehmen eingestellt ist, so schnell kann sich das auch ändern. Schon durch kleine Fehler in der Kommunikation oder bei Handlungen kann der Wind sich drehen und zum Verlust einer gesamten Zielgruppe führen.

5. Der erste sein – first moveradvantage
Viele Branchen sind noch ausschließlich „österreichisch“ und betreiben kein Ethnomarketing. Quer durch das Gemüsebett gibt es Branchen die (ethnisch) noch unberührt sind. Nicht auf vielen Märkten kann man heute noch sagen der erste zu sein. In den Ethno-Communities gibt es diese Chance sehr wohl noch. Seien Sie die Ersten und verschaffen Sie sich dadurch einen deutlichen Startvorteil gegenüber ihren Mitbewerbern.

Der erste sein – first moveradvantage _Manuel Bräuhofer6. Nischenführer
Coca Cola, Schweppes, Red Bull und Co um nur einige Getränke-Riesen zu nennen, sind die Big Player des Mainstream-Marketings. Diese Unternehmen sind gewaltige Riesen im Kampf mit unzähligen anderen, um winzig kleine Marktanteilsänderungen im Promillebereich. Der Markt ist mehr oder weniger entschieden. Die großen Stücke vom Kuchen sind verteilt und ab und an fallen einige Krümel auf ein fremdes Teller.

Das andere Extrem findet man in jedem Auto. Jedes motorisierte und kraftstoffbetriebene Vehikel benötigt sie: die Zündkerze. Hier gibt es einen Marktführer der seit vielen Jahren seine Marktführerschaft ausgebaut hat und keinen Mitbewerber auf selber Augenhöhe zulässt.

Wie sieht es in Ihrer Branche aus? Auch schon alles abgegrast und bereits wachstumsgehemmt? Hier die Lösung: Werden sie doch Marktführer in einer Nische, in Ihrem eigenen Marktsegment. Die Bearbeitung einer Ethno-Community ist weitaus effizienter als im Mainstream und der ganze Kuchen kann Ihnen gehören.

7. Kosteneffiziente Erreichbarkeit
Ein Sprichwort welches sich nicht nur in unserem Kulturkreis wiederfindet und sich auch in der Realität widerspiegelt lautet: „Gleich und Gleich gesellt sich gern“.

Ethnische Communities in Österreich verfügen über beachtliche eigene Infrastrukturen:

  • Eigene Medien (Printmedien, Radiosendungen, Webseiten, Branchenbücher)
  • Veranstaltungen (Kultur, Sport, Party)
  • Vereine, Organisationen
  • Lokale (Bars, Clubs, Cafés,…)

Die logistische Erreichung dieser Zielgruppen ist durch ihre verdichtete Wohnortwahl innerhalb Österreichs (z.B.: Wien im 10., 15., 16. Bezirk) besonders leicht. Folglich ist die Kommunikation mit den Zielkunden praktisch ohne Streuverluste möglich und somit besonders kosteneffizient.

Die Kommunikation ist auf verschiedenen Ebenen möglich welche nur einen Bruchteil im Gegensatz zu typisch klassischen Marketingaktivitäten kostet.

Zusammenfassung
  • Ethnomarketing ist etwas Innovatives.
  • Unternehmen, welche gezielt mit Ethno-Communities kommunizieren gelten als trendy, modern, tolerant und weltoffen.
  • Mit Ethnomarketing gewinnt man neue Kunden.
  • Mit Ethnomarketing steigert man seinen Umsatz.
  • Ethnomarketing ist eine präzise und vor allem kosteneffiziente Marketingstrategie.
  • Die Weiterempfehlungsbereitschaft bzw. der Multiplikationseffekt ist überdurchschnittlich hoch.

ACHTUNG: Verlorenes Vertrauen ist kaum wieder zu gewinnen. Lassen Sie sich zur Sicherheit von einem Ethnomarketing-Experten beraten.

Manuel Bräuhofer

BRAINWORKER_Manuel Bräuhofer

Brainworker – Community Marketing
Manuel Bräuhofer
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Dieser Artikel wurde verfasst am Donnerstag, April 29th, 2010 um 18:20.
Kategorie: Marketing, Werbung & PR.

 

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Artikel “Ethnomarketing – ist der Kunde König oder Scheich?”

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