Was hat der Internetriese Google mit einem der größten Konsumgüterriesen Procter & Gamble gemeinsam? Wahrscheinlich auf den ersten Blick nur die Größe. In allen anderen Punkten treffen zwei unterschiedliche Unternehmensphilosophien und Kulturen aufeinander. Die einen sind offenen und neuen Ideen zugewandt, sehr flexibel und jung. Die anderen haben traditionelle Werte, folgen klassischen Werbestrategien und leben eine altbackene Shareholder-Value-Philosophie.

Kubiczek_oben_Teamtausch google und procter_2 Und trotzdem haben sie eines gemeinsam: Sie tauschen ihre Mitarbeiter untereinander aus. Teilweise werden sogar ganze Teams an das jeweils andere Unternehmen verliehen, um voneinander zu lernen. Die beiden haben erkannt, dass man in verwandten Branchen nicht mehr soviel lernen kann, wie in unterschiedlichen Sparten. Benchmarking war im vorigen Jahrhundert noch der Begriff für Lernen von verwandten Unternehmungen. Heute gehen diese beiden Unternehmen einen Schritt weiter und werfen einen Blick in komplett konträre Unternehmen, um sich von dort Impulse für Veränderungskreativität zu holen.

Klassische Kreativitätstechniken bauen auf eine ähnliche Strategie, nämlich seine Scheuklappen abzulegen und sich der Problemstellung so weit wie möglich zu entfernen. Erst, wenn man nicht Gefahr läuft, sich wieder in eines der vorgegebenen Muster zu verfangen, ist man auf dem richtigen Weg.

„Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht.“ Oder gemäß der Aussage des Schriftstellers Marshall Mcluhan: „Ich weiß nicht, wer das Wasser entdeckt hat, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass es kein Fisch war.“

Die Dinge zu hinterfragen und sie von anderen Blickwinkel zu betrachten, Neugier und Interesse zu entwickeln, das sind die wesentlichen Punkte, die Sie auf neue Ideen kommen lassen.

Im Folgenden 3 Ideen, wie Sie es schaffen, auch aus anderen Lebensbereichen Ideen und kreative Impulse zu generieren.

Versuchen Sie jeden Tag, über irgendetwas erstaunt zu sein.
Das kann etwas sein, das Sie sehen, hören oder lesen. Halten Sie inne, um Dinge zu betrachten, die nicht alltäglich sind. Probieren Sie ein neues Gericht auf der Speisekarte, hören Sie Ihren Kollegen im Büro tatsächlich einmal aufmerksam zu. Nehmen Sie sie Dinge wahr als das was sie sind – und nicht als das, was Sie sich darunter vorstellen.

Kubicek_unten jemand zum staunen bringen_3Versuchen Sie, mindestens einen Menschen pro Tag in Erstaunen zu versetzen.
Zeigen Sie sich von einer ungewohnten Seite, sagen Sie etwas Unerwartetes, äußern Sie eine mutige Ansicht, stellen Sie eine Frage, die Sie normalerweise nicht stellen. Machen Sie jemanden eine Freude, die er nicht erwartet hat. Oder sehen Sie sich mit jemandem ein Theaterstück an, das Sie normalerweise nie und nimmer besuchen würden.

Schreiben Sie täglich auf, worüber Sie erstaunt waren, und womit Sie andere Menschen in Erstaunen versetzen.
Die meisten kreativen Menschen führen ein Tagebuch, machen sich Notizen oder schreiben Arbeitsberichte um Ihre Erfahrungen fassbarer und dauerhafter zu machen. Wenn Sie noch keine Übung darin haben, könnte es hilfreich sein, mit einer konkreten Aufgabe zu beginnen: Schreiben Sie jeden Abend auf, was sie an diesem Tag am meisten erstaunt hat, und wie Sie selbst andere zum Staunen gebracht haben. Das ist nicht schwer und macht Spaß.

Nach einigen Tagen können Sie nachlesen und über Ihre Erfahrungen reflektieren. Wenn man Dinge aufschreibt, geraten sie nicht in Vergessenheit. Dieses Notizbuch sollte sowieso während der Nachtruhe neben Ihrem Bett liegen. Leonardo Da Vinci steigerte seine Notiztätigkeit soweit, dass er mit seiner „falschen Hand“, also mit der linken, seine Notizen seitenverkehrt aufschrieb, so nutzte er außerdem die Vernetzung zwischen seiner rechten und linken Gehirnhälfte.

Viel Spaß mit Ihren Notizen und bleiben Sie kreativ!

Auflösung Jänner: Im Öl befindet sich genau soviel Essig, wie Essig im Öl

Rätsel Februar: Sie kommen an einen Bach und möchten diesen überqueren. Doch Sie haben lediglich vier gleichlange Bretter zur Verfügung, die gerade etwas kürzer sind als die Breite des Baches. Wie können Sie mit diesen vier Brettern eine Brücke bauen, um den Bach zu überwinden, ohne andere Hilfsmittel als diese vier Bretter zu verwenden. (z.B. keine Nägel, Seile usw.)

Mag. Nikolaus Kubiczek

ideenakadem
Die Ideenakademie
Mag. Nikolaus Kubiczek
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Dieser Artikel wurde verfasst am Freitag, Februar 26th, 2010 um 08:46.
Kategorie: Mensch & Geist.

 

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