Der Life Ball ist Europas größter Charity-Event Europas im Kampf gegen HIV/AIDS und findet einmal jährlich statt. Im Zeichen von Solidarität und Fundraising feiert er das Leben mit einem opulenten offenherzigen Fest, das verschiedenste Menschen und Persönlichkeiten aus Kunst, Mode, Society, Wirtschaft und Medien vereint. Der Life Ball findet jährlich in Wien statt und hat sich seit der ersten Veranstaltung 1993 zu einem spektakulären Top-Event mit wachsender internationaler Medienresonanz entwickelt. Mehr als 55 TV Teams und insgesamt 500 Medienvertreter aus dem In- und Ausland berichten jedes Jahr über dieses einzigartige Ereignis.

Hinter dem Life Ball steht Aids Life. Der 1992 gegründete gemeinnützige Verein hat das oberste Ziel möglichst hohe Geldsummen zur Förderung von ausgewählten Non-Profit-Organisationen zu lukrieren, die HIV-positive und an AIDS erkrankte Menschen unterstützen und versuchen gegen die Verbreitung von AIDS und deren Folgen anzukämpfen. Der gesamte Reinerlös des Life Balls fließt jeweils zu 50 % in nationale und – in Kooperation mit internationalen Hilfsorganisationen wie der American Foundation for Aids Research (amfAR) – in internationale HIV/AIDS-Hilfsprojekte.

Gery Keszler, Restaurant Schlossstern am Wörthersee, Velden Wörthersee, August 2009, Copyright www.peterrigaud.comErfolgsmagazin im Interview mit Gery Keszler, Organisator Life Ball und Obmann Verein Aids Life

Erfolgsmagazin: Das unverkennbare Symbol für den Life Ball stellt das Red-Ribbon dar, das markant durch die international bekannte Red-Ribbon Bühne sichtbar wird. Was drückt dieses Symbol für den Life Ball aus?
Keszler: Das Red Ribbon ist das weltweite Symbol der Solidarität mit HIV-Infizierten und AIDS-Kranken. Der Life Ball ist ein Event der Solidarität und Toleranz, der nicht nur das Bewusstsein für diese Krankheit stärkt, sondern gleichzeitig die Stigmatisierung und Ausgrenzung, die mit HIV/ AIDS einhergeht bekämpft. Das überdimensionale Red Ribbon am Rathausplatz setzt damit ein klares Zeichen der Toleranz und gegenseitigen Akzeptanz.

Erfolgsmagazin: Die Kraft eines Symbols ist groß und verbindet. Was bedeutet die Wahl des Red-Ribbon Symbols für die Kernzielgruppe – was bewirkt es?
Keszler: Die TrägerInnen dieses Symbols setzen ein Zeichen der Toleranz. Anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember zogen ExpertInnen unter dessen Motto "Universal Access and Human Rights" Bilanz. Tenor war, dass der globale Kampf gegen HIV/AIDS nur erfolgreich sein kann, wenn alle Menschen Zugang zu Prävention, Behandlung und Medikamenten haben und die Menschenrechte respektiert werden.

Erfolgsmagazin: Jedes Jahr muss ein gelungener Spagat zwischen großartigem Event mit Spaß, Inszenierung, Stars und einem gesellschaftspolitischen Auftrag geschafft werden. Wie gehen Sie an diese Aufgabe heran?
Keszler: Diesen Spagat zu schaffen ist natürlich nicht immer leicht. Hier spielt vor allem die thematische Inszenierung in Verbindung mit unseren Kernbotschaften eine große Rolle. Wir bieten den Leuten ein opulentes, phantasievolles, witziges Fest, weil man damit sowohl mehr Geld für die Betroffenen lukrieren als auch die Aufmerksamkeit erhöhen kann. Die Philosophie des Life Balls ist es ja, das Leben zu feiern, Hoffnung zu vermitteln, Menschen aller sozialen Schichten und Altersgruppen sowie jedweder sexueller Orientierung in das Geschehen zu integrieren. All die Prominenten dienen uns dabei als Sprachrohre, weil man ihnen einfach eher zuhört. Der Ball selbst ist quasi die Trägerrakete, in deren Windschatten wir unsere gesellschaftspolitischen Anliegen transportieren:  den Kampf gegen „soziales“ Aids, für Toleranz und Akzeptanz. Generell ist es leider so, dass das Thema Aids immer weniger Menschen interessiert, obwohl es zur Ignoranz wenig Anlass gibt: momentan sind mehr als 60 Millionen Menschen weltweit mit dem HI-Virus infiziert; die internationale Situation ist schlichtweg eine Katastrophe.

Erfolgsmagazin: Welche Botschaften sind Ihnen in Verbindung mit dem Life Ball sehr wichtig?
Keszler:
Trotz allem Prunk und Spektakel mit prominenten Gästen soll die eigentliche Mission des Life Balls nicht verdrängt werden. Der Life Ball soll allen von HIV und Aids Betroffenen eine Stimme geben. Unsere Botschaft lautet: Hilfe geben, Solidarität zeigen, Hoffnung schenken, Toleranz üben, Ausgrenzung nicht dulden und das Leben feiern. Und über allem steht die Botschaft, Kondome zu benützen, denn sie sind nach wie vor der einzige wirksame Schutz gegen HIV und Aids.

Wir können diesbezüglich nur immer wieder auf den eigentlichen Sinn und Zweck des Life Balls hinweisen – und das tun wir auch mit aller Vehemenz. Ob die Presse das auch transportieren will, liegt in der Entscheidung und der Verantwortung des jeweiligen Mediums.

Red Ribbon_180371 (c) Andreas BitesnichErfolgsmagazin: Der Life Ball steht immer unter einem Motto. Dieses Jahr, also am Samstag, 17. Juli 2010, steht er ganz im Zeichen des Grundelementes Erde. Wie verbindet sich Motto, Event und Botschaft?
Keszler:
Wir haben uns letztes Jahr dazu entschlossen ein Konzept für den Life Ball zu entwickeln, das vier Jahre Gültigkeit besitzt, mit dem krönenden Abschluss beim 20. Jubiläumsball 2012. Im Mittelpunkt der künstlerischen Umsetzung stehen dabei die Elemente Wasser, Erde, Luft und Feuer. Es sind diese vier Grundelemente, die die Weltbevölkerung ernähren, das ökologische Gleichgewicht stützen, für die Gesundheit eine lebensnotwendige Rolle einnehmen und der wirtschaftlichen Entwicklung dienen – schlichtweg Leben erst ermöglichen. Wasser ist der Beginn allen Lebens. Die Erde ernährt uns. Luft lässt uns atmen und trägt uns über die Kontinente. Und die Entdeckung des Feuers war der Beginn der Zivilisation. Die Erde ist nicht nur ein Element, sie ist der uns nährende Planet und die Basis des Lebens. Der Life Ball 2010 bildet den Auftakt zur in Wien stattfindenden Welt-Aids-Konferenz, daher säen wir die “Saat der Solidarität”.

Erfolgsmagazin: Der Life Ball ist international bekannt, beliebt und sehr angesehen. Auf Ihrer Website ist ein sehr schöner Satz zu finden „Dieses Maximum an Aufmerksamkeit erreicht der Life Ball, indem er das Leben feiert.“ Wie schaffen Sie es, jährlich dieses Maximum zu erzielen?
Keszler:
Mit einem gut durchdachten Konzept, langer Vorplanung und einer schlussendlich überzeugenden Inszenierung. Der Life Ball und seine Message wird unter anderem von Persönlichkeiten wie Bill Clinton, Sir Elton John, Sharon Stone, Fran Drescher, Anastacia oder Eva Longoria unterstützt und an die Öffentlichkeit getragen. In diesem Tahmen präsentieren jedes Jahr international renommierte Designer wie etwa John Galliano, Donatella Versace, Jean Paul Gaultier und viele mehr ihre Kreationen. Die wahren Stars des Abends sind aber unsere Gäste, die  in opulenter und fantasievoller Kostümierung  zum einzigartigen Flair des Balls beitragen.

Erfolgsmagazin: Bei der Pressekonferenz am 2. September 2009 wurde das Spendengütesiegel von Mag. Klaus Hübner, Präsident der Kammer der Wirtschaftstreuhänder, an Sie, stellvertretend für den Verein Aids Life, überreicht. Welche Bedeutung hat das Spendengütesiegel für Ihre weitere Arbeit?
Keszler:
Das Spendengütesiegel verleiht unserer Arbeit einmal mehr die Bedeutung, die sie verdient. Es ist auch die offizielle Bestätigung dafür, dass das Life Ball Team und der Verein Aids Life wirtschaftlich und verantwortungsvoll mit den Spendengeldern haushalten. Der Spender kann sich darauf verlassen, dass  mit seinen Geldern sorgfältig umgegangen wird.Rathaus Front_182000 (c) Michael Grinner

Erfolgsmagazin: Was zeichnet den Life Ball als Aids-Charity weltweit einzigartig aus?
Keszler:
Bis heute ist der Life Ball die einzige Aids-Charity weltweit, die in einem politischen Gebäude stattfindet. Die Stadt Wien fördert durch den Life Ball ihr Image als weltoffene, liberale, tolerante und sozial verantwortliche Metropole. Es verbindet auf einzigartige Weise die österreichische Balltradition mit einem Fest der Toleranz für Menschen aus allen Gesellschaftsschichten.

Erfolgsmagazin: Abschließend: Wie kann man den Life Ball unterstützen?
Keszler: Es gibt unterschiedlichste Möglichkeiten. Wir werden Jahr für Jahr von namhaften nationalen und internationalen Sponsoren und Wirtschaftspartnern unterstützt. Sie tragen nicht nur im Rahmen von Marketing-Kooperationen oder durch Sachspenden zum Erfolg des Life Balls bei, sondern vor allem auch durch das persönliche Engagement ihrer RepräsentantInnen und MitarbeiterInnen. Jährlich tragen hunderte ehrenamtliche Mitarbeiter zum Gelingen des Life Balls bei – und auch keiner der auftretenden Künstler, kein Celebrity und kein Model erhält eine Gage, um den Reinerlös zugunsten Betroffener nicht zu schmälern. Außerdem kann man natürlich auch jederzeit durch eine Spende unterstützen.


red.


Verein Aids Life

Porzellangasse 32/3
1090 Wien
W www.lifeball.org/

Spendenkonto:
Erste Bank
BLZ 20111
Ktn.: 30 00 00 13 131


Bildrechte: Life Ball © Michael Grinner

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Dieser Artikel wurde verfasst am Freitag, Januar 29th, 2010 um 22:43.
Kategorie: Coverstorys.

 

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