Zum ersten Mal wurde im März 2009 der meritus-Award verliehen. Das ist eine Auszeichnung für Unternehmen, die im Diversity Management auch die Dimension ‘Homosexualität’ mit einbezieht und verankert haben. Die Auszeichnung wird von den überparteilichen Organisationen Queer Business Women und agpro (austrian gay professionals) verliehen. Sowohl IBM als auch equalizent erreichten bei den strengen Kriterien die Höchstpunkteanzahl.

meritus-Initiator Norbert Pauser von agpro: “Die hohe Qualität des Engagements der eingereichten Unternehmen in dieser Diversity Dimension freut uns sehr. Die ausgezeichneten Unternehmen habe es wirklich verdient, vor dem Vorhang geholt zu werden. Wir hoffen mit dem Sichtbarmachen dieser Unternehmen auch andere Organisationen überzeugen zu können.” Präsidentin und Projektverantwortliche Eva Götz, Queer Business Women: “Besonders hat es uns gefreut, dass wir den ersten meritus-Award gleich zwei Mal vergeben konnten. Nachdem zwei Unternehmen die volle Punkteanzahl erreicht hat, war unsere Jury so flexibel auch beiden die Auszeichnung zu verleihen.”
meritus: ist eine Auszeichnung für Unternehmen in Österreich

  • ein Anreizsystem für ArbeitgeberInnen Aspekte der sexuellen Orientierung in ihre Unternehmenskulturen zu integrieren.

meritus: prämiert

  • die gesteigerte Sichtbarkeit von Unternehmen, die Initiative zeigen
  • die Vorbildwirkung für Unternehmen, die Vorbehalte in der Umsetzung von Diversity-Maßnahmen zu Homosexualität haben
  • die Enttabuisierung von homosexuellen MitarbeiterInnen und Führungskräften
  • eine breitere Basis für den Nutzen von Diversity im Erwerbsleben
  • ein Unternehmensklima, das von Respekt, Toleranz und Wertschätzung geprägt ist.

Aller Anfang ist schwer. – Das Thema in Österreich auch noch gerne ignoriert.
Auch im 21. Jahrhundert ist das Thema Homosexualität in Österreich weiterhinein Tabu. Kaum jemand ist im Erwerbsleben “geoutet“. Die soziale wie rechtliche Anerkennung von Homosexuellen liegt in Österreich weit zurück. Im Erwerbsleben macht es das Leben oft zum Spießrutenlauf. Beispielsweise, wenn Kollegen über Privates erzählen, muss das Eigene umschifft werden.

Es bleibt zu hoffen, dass mit dem ersten meritus-Award wieder ein neuer Mosaikstein der Sichtbarmachung und Akzeptanz für Homosexualität gelegt wurde. Dass die freimütig in kleinem Rahmen abgegebenen Bekenntnisse der Politik auch im Alltag Einzug finden und dass schlussendlich, wie die Initiatoren es passend formulierten, der Preis in ein paar Jahren seine Notwendigkeit verliert.

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Dieser Artikel wurde verfasst am Freitag, Januar 29th, 2010 um 15:13.
Kategorie: Coverstorys.

 

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