s042Know-how lässt sich am besten aneignen, wenn man auch Freude am Lernen hat. Bildhafte Geschichten helfen dabei, die wesentlichen Punkte zu verdeutlichen und das neue Wissen anhaltend zu verinnerlichen. In diesem Sinne: Viel Vergnügen!

Ein herzerwärmendes Glanzstück

Ist es nicht herrlich, wenn man etwas hat, das einem das  Leben zur reinsten Freude macht? Etwas, das für uns funkelt und glänzt und mit dem wir uns (gedanklich oder real) tagein tagaus spielen können? Sowas hat die Prinzessin in unserer heutigen Geschichte. Ihr Lieblingsspielzeug ist ihre goldene Kugel. Die trägt sie immer bei sich und sich damit zu beschäftigen ist ihr größtes Glück. Für Außenstehende vielleicht nicht ganz nachvollziehbar, nichts desto trotz für sie eine Quelle der Freude.

Jeder, der ein Unternehmen gründet, hat wohl auch so ein goldenes Projekt. Etwas, das uns antreibt und uns am Laufen hält. Das uns mit seinem „Glanz“ verlockt und wo es uns mit Macht hinzieht. Wie schön sind unsere Visionen. Stundenlang können wir uns damit die Zeit vertreiben unseren Träumen nachzuhängen. Wir drehen und wenden unsere Wünsche und betrachten sie liebevoll von allen Seiten. Andere können oft nicht verstehen, warum wir uns gerade dieses Ziel so sehnlich erträumen.

Riskant ist es nur, wenn man sich dabei auf zu viele kleine Silberkügelchen konzentriert, anstatt auf die eine goldene Kugel. Denn in der Regel reichen Energie und Ressourcen für eine Sache – nicht für viele, mit denen man sich dann nur verzettelt. Zwar jongliert es sich mit ein paar kleineren Kügelchen leichter und es sieht auch auf den ersten Blick nach mehr aus, aber Sie müssen ständig aufpassen und laufend alle Kugeln gleichzeitig im Blickfeld behalten. Sie wollen doch nicht versehentlich eines zertreten, oder womöglich ganz aus den Augen verlieren. Das stresst und verdirbt schnell den Spaß. Außerdem ist es halt doch nie die eine, wahre „goldene Glückseligkeit“.

Frosch
Das Froschkönig-Rätsel:
Kann ich meine Vision realisieren?

Ein bitterer Verlust

Doch dem besten Spezialisten kann beim Handling mal etwas passieren – und auch unserer Prinzessin fällt also eines Tages ihr Glanzstück in einen tiefen Brunnen. Verzweifelt weint sie bitterlich über ihren Verlust. Da spricht ein dicker hässlicher Frosch sie an, der bei dem Brunnen lebt, und bietet ihr an, die Kugel wieder aus der Tiefe herauf zu holen. Doch nichts ist umsonst – daher will er im Gegenzug fortan im Schloss leben.

Die Prinzessin will alles tun, um wieder an Ihr wertvollstes Kleinod zu gelangen und so verspricht sie ihm, dass er ihr Spielkamerad sein soll, der an ihrem Tisch neben ihr sitzen, von ihrem goldenen Teller essen, aus ihrem Becher trinken und mit ihr in ihrem Bett schlafen wird. Insgeheim ist sie der Meinung, dass der plumpe Frosch zu einfältig sei, um tatsächlich zu ihr ins Schloss zu ziehen. Kaum stimmt sie dem Deal zu, befördert der Frosch auch schon die Goldkugel an die Oberfläche zurück und überglücklich läuft die Prinzessin schleunigst damit davon. Die lauten Rufe des Frosches, zu warten und ihn mitzunehmen, überhört sie und zuhause angekommen vergisst sie ihn ganz schnell wieder.

Visions-Check:Wenn Sie aus aktuellem Blickwinkel Ihr
Leben/Unternehmen betrachten, wo sehen Sie
zurzeit die zentralen Visionen und Ziele?· Was ist mein Herzensanliegen, meine persönliche
goldene Kugel?

· Womit beschäftige ich mich in Gedanken momentan
am liebsten?

· Welche (realistischen) Ziele habe ich für die nahe
Zukunft oder generell in meinem Leben?

· Schöpfe ich mein volles Potenzial wirklich aus?

· Was ist mir (inzwischen) zu schwer/zu leicht
geworden?

Realitäts-Check:Wo/wie sind Ihre Visionen bereits
gescheitert oder wodurch sind Sie auf Abwege
geraten?· In welchem Bereich komme ich einfach nicht weiter
oder stoße immer wieder auf dieselben
Schwierigkeiten?

· Wie viel habe ich bereits umsonst in die Erreichung
einer Vision investiert (Energie, Lebensqualität, Geld,
Beziehungen,…)?

· Inwiefern haben verlorene Träumen oder zerstörte
Hoffnungen mein Leben bisher beeinflusst? Was waren
die Konsequenzen davon bzw. was konnte ich daraus
vielleicht lernen?

· Sind meine lang gehegten Träume heute eigentlich
immer noch aktuell?

· Bin ich wirklich bereit den nötigen Preis für meine
Ziele zu bezahlen? Weiß ich überhaupt, was es mich
konkret kostet?


TIPP:
Packen Sie es an, leiten Sie Ihre Energien aktiv in handfeste Bahnen und setzen Sie konkrete Schritte zur Veränderung!

Alles hat seinen Preis

Auch als UnternehmerIn ist man immer wieder in der Situation, dass man für sein(e) Vision(en) einen hohen Preis zahlen muss. Zu gerne möchte man da manches Mal einfach nur schnell weg und die ganzen Verpflichtungen vergessen. Doch so einfach ist es nicht. Wollen wir das, was uns wichtig ist erreichen oder behalten, müssen wir auch bereit sein dafür etwas zu opfern. Unsere Freizeit zum Beispiel. Oder die jährliche Urlaubsreise. Oder umgekehrt auch die persönliche Freiheit, das zu tun was und wann wir wollen, für die finanzielle Sicherheit. Oder sich von Verhaltensweisen und Denkmustern zu verabschieden, die uns am Weiterkommen behindern.

So einfach geht es auch im Märchen nicht, denn am nächsten Tag, als alle beim Essen sitzen, klopft es an der Tür. Als die junge Königstocher merkt, wer da vor der Tür sitzt, wird ihr ganz bang. Sie will von ihrem Versprechen nichts mehr wissen, aber ihr königlicher Vater beharrt darauf zu erfahren, was da los ist und so kommt die ganze Geschichte ans Tageslicht. Er verlangt, dass sie zu ihrem Versprechen steht und so kommt der hartnäckige Frosch mit an die Tafel. Wie der strenge Vater für die Prinzessin haben auch wir manchmal eine laute Stimme im Hinterkopf, die uns daran erinnert, was wir tun sollten und uns auch dazu zwingt über den eigenen Schatten zu springen.

Manches Ergebnis ist überraschend

Der kalte Frosch ist der Prinzessin äußerst widerlich. Alles was sie versprochen hatte muss sie nun einlösen, aber nur mit heftigem Widerstand und spitzen Fingern erfüllt sie ihren Teil der Abmachung. Der arme Frosch muss um jede Kleinigkeit bitten: Den Platz an ihrer Seite, den Bissen vom Teller, den Schluck aus ihrem Becher und ein weiches Kissen in ihrem Zimmer. Letztlich droht er ihr damit dem König von ihrer Verweigerung zu berichten, wenn sie ihn nicht in ihr Bett holt. Dies macht sie so wütend, dass sie ihn endlich packt und mit Kraft gegen die Wand wirft, um wieder Ruhe zu haben.

PrinzIhre Überraschung ist groß, als danach kein zerschmetterter Frosch zu Boden fällt, sondern ein strahlender Prinz vor ihr steht. Er wurde von einer Hexe verzaubert und erst durch die Prinzessin wieder erlöst. Genauso kann es einem gehen, wenn man eine Sache endlich ordentlich anpackt, anstatt nur mit Samthandschuhen zu hantieren. Wie oft erscheint uns ein Projekt wie verhext, eine Herausforderung zu schwer, eine persönliche Macke zu nervig, um sie in den Griff zu kriegen. Aber auf fast wundersame Weise löst sich vieles in Wohlgefallen auf, sobald wir uns überwinden und uns einmal ernsthaft näher damit befassen.

Wie das so üblich ist, wird nun die Erlöserin dem Prinzen zur Frau gegeben. Heinrich, der treue Diener des jungen Königssohnes, fährt in einer prachtvollen Kutsche mit acht weißen Pferden vor, um das junge Paar in ihr neues Zuhause, das Schloss des Prinzen, zu bringen. Während der Fahrt kracht es wiederholt. Die eisernen Bänder zerspringen, die er sich um sein Herz legen ließ, das ihm aus Schmerz über die Verzauberung seines geliebten Prinzen zu brechen drohte, nun da dieser von seiner Verzauberung befreit wurde. Genauso geht uns das Herz auf, wenn wir unseren Träumen folgen und uns aus einem Froschdasein lösen können.

Zerbrechliche Träume und ihre Realisierung

Unsere Wünsche glänzen hell in unseren Händen. Sobald wir sie allerdings spielerisch in die Luft werfen, können sie uns verloren gehen, zerbrechen oder von anderen weggeschnappt werden. Andererseits macht es keinen Sinn, die Goldkugel vor Schaden und Verlust sicher in einem mit Samt gefütterten Schmuckkästchen aufzubewahren. Sie niemals heraus zulassen, nie etwas zu riskieren, führt ihren Zweck im Grunde ad absurdum. Wie oft überlegen wir uns etwas zu tun, malen uns lebhaft aus wie es wäre wenn. Doch letztlich bleibt es Theorie. Denn es geht dabei nur um die Kugel, nicht um das Spiel.

Sicher: Träume muss man träumen, Ideen entwickeln, Wünsche erst einmal konkretisieren. Doch sie Realität werden zu lassen muss das Ziel sein, nicht sie endlos imaginär weiter zu spinnen (oder sie nur in ihrer Schatulle zu bewundern). Halten Sie Ihren Ball am Rollen und freuen Sie sich am Spiel, ohne schon vorher an mögliche Katastrophen zu denken. Denn zuletzt bereuen wir selten, was wir getan haben, aber umso mehr, was wir zu tun versäumt haben.

Märchenhafte Visionen wünscht

Claudia Salloker

Training for Office, Life & Fun
märchenhaft wirksam
Claudia Salloker
Jägerstraße 18, 1200 Wien
T: +43 699 194 20 294
W www.märchenhaft.at

Bildrecht Portrait : Sabine Windsor

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Dieser Artikel wurde verfasst am Freitag, Januar 29th, 2010 um 09:00.
Kategorie: Mensch & Geist.

 

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