Schwule und Lesben kämpfen schon seit Jahrzehnten für die zivilrechtliche Gleichstellung homosexueller Beziehungen mit heterosexuellen Partnerschaften. In vielen europäischen Ländern ist diese Forderung längst umgesetzt, während in Österreich Stillstand herrschte. Mit Jahresbeginn 2010 ist die rechtliche Gleichstellung – trotz Diskussionen um eine Zeremonie am Standesamt – dann teilweise doch passiert und neue Werbe- und Vertriebsmöglichkeiten am lukrativen Hochzeitsmarkt sind entstanden.
Obwohl das Gesetzt der Eingetragenen Partnerschaft (EPG) für viele gleichgeschlechtlich Liebenden, die den Schritt einer „Verpartnerung“ wagen, eine Menge Vorteile bringt, erhitzt es auf der anderen Seite die Gemüter von einigen Schwulen und Lesben, die weiterhin für eine völlige Gleichstellung (z.B. im Adoptionsrecht) kämpfen.
Abgesehen von den rechtlichen Rahmenbedingungen und den Abweichungen zur Zivilehe ist die gesamte Community froh darüber, einen wesentlichen (Teil-)Erfolg erzielt zu haben und feierte bereits am 4. Jänner 2010 die ersten drei „Hochzeiten“ in Wien Margareten.
Die gesamte Hochzeitsbranche hat die Entwicklungen verfolgt und bereits erste Maßnahmen zur Erschließung der „neuen“ Zielgruppe und deren „rosa Hochzeiten“ ergriffen. Hochzeitsplaner, Fotografen, Sänger & Bands, Locations, Restaurants, Hotels, Floristen, Kosmetiker, Reisebüros, Juweliere, Caterings und viele andere Anbieter wollen ein Stück vom Kuchen und buhlen um gleichgeschlechtliche „Hochzeits“-Paare.
Dies passiert in erster Linie natürlich nicht, weil schwule und lesbische Paare so toll sind, sondern vor allem weil sie eine Menge Geld bringen. Laut der IGLCC (Interantional Gay and Lesbian Camber of Commerce verfügen homosexuelle Menschen über ein Bruttojahreseinkommen von 34.717 Euro. Laut Marketagent.com verfügen alleine die homosexuellen Männer in Österreich gemeinsam über eine Kaufkraft von 17 Mrd. Euro.
Auch die Hochzeitsindustrie in den USA kann sich laut Forscher des William-Instituts an der University of California durch zusätzliche gleichgeschlechtliche „Ehen“ über rund 9,5 Milliarden Dollar freuen. Die Zielgruppe ist im Gegensatz zu Heteropaaren, welche für sinkende Zahlen von Eheschließungen sorgen, sehr hochzeitsfreudig und verfügt darüber hinaus über deutlich mehr Einkommen. Die Hochzeitsbranche sieht dieser Entwicklung positiv entgegen und ergreift diese neue Marktchance.
Noch im Dezember 2009 hat eine neue Internetplattform, speziell für gleichgeschlechtlich Liebende Paare gestartet. Unter dem symbiotischen Namen „quedding“ (Queer & Wedding) bietet die Plattform neben laufenden News zu Recht und Form in Österreich allerhand Content zu jedem hochzeitsspezifischen Thema. So findet man von der Hochzeitsplanung über die Flitterwochen bis hin zu bevorstehenden Jubiläen, immer die richtigen Informationen.
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Der umworbene „Traum in Rosa“ bringt viele gute Ideen und noch schönere Hochzeiten. Auch wenn die neue Zielgruppe sich quasi als „Cash-Cow“ präsentiert, sollte man nicht vergessen, dass eine Hochzeit in erster Linie der schönste Tag im Leben zweier sich liebender Menschen ist.
Queere Grüße
Manuel BRÄUHOFER
Brainworker – Community Marketing Manuel Bräuhofer, Geschäftsführer
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