Know-how lässt sich am besten aneignen, wenn man auch Freude am Lernen hat. Bildhafte Geschichten helfen dabei, die wesentlichen Punkte zu verdeutlichen und das neue Wissen anhaltend zu verinnerlichen. In diesem Sinne: Viel Vergnügen!
Als KonsumentIn fühlt man sich manches Mal wie eines der 7 jungen Geißlein, deren Mutter sich auf den Weg machen muss, um ihre Besorgungen zu erledigen. Es werden einige Warnungen gegeben und rudimentäre Informationen vermittelt: Da wäre dieser Wolf, vor dem man sich in Acht nehmen müsse und der danach trachtet einen zu verschlingen. Der sei besonders trickreich, man könne ihn aber leicht an seiner rauen Stimme und seinen schwarzen Pfoten erkennen. Und mit diesem gar nicht beruhigenden Wissensstand stehen die Geißlein dann alleine da und versuchen weiterhin irgendwie klar zu kommen und Schäden vorzubeugen.
Kreide fressen, um (sich) zu verkaufen.
Das scheint zuerst auch durchaus gut zu laufen, denn als der Wolf unweigerlich anklopft, sich heimtückisch als Ziegenmutter auszugeben versucht und Einlass begehrt, verrät ihn seine dunkle Stimme sofort, und die 7 Geißlein rufen: „Unsere Mutter hat nicht so eine raue Stimme – du bist der Wolf!“, und schicken ihn fort.
Doch so ein Wolf ist hungrig und wild entschlossen und gibt daher nicht gleich auf. Er zieht los und besorgt sich ein Stück Kreide, dass er sogleich hinunterschluckt, um seine Stimmer weniger kratzig klingen zu lassen. Solchermaßen gerüstet kehrt er zurück zum Haus der Geiß, um deren Jungen zu fressen. Diesmal erkennen die Geschwister die Stimme des Wolfes nicht mehr, aber sie sehen seine dunkle Pfote am Fenster und wie von der Mutter angewiesen rufen sie: „Unsere Mutter hat weiße Füße, deine Pfote aber ist dunkel – du bist der Wolf!“ Knurrend muss der Wolf also wieder von dannen ziehen. Sogleich sucht er sich einen Bäcker, der ihm hellen Teig um deine Pfote geben muss und einen Müller, der das Ganze noch mit weißem Mehl einstaubt.
Der richtige Auftritt öffnet Türen.
Diesmal gelingt die Täuschung. Die Zicklein hören keine raue Stimme, lassen sich die – inzwischen auf hell getrimmt – Pfote zeigen und glauben sich in Sicherheit. Kaum öffnen sie die Tür, springt der Wolf hinein und dann hilft auch kein schnelles Verstecken mehr. Nur das jüngste, das ihm Uhrenkasten steckt, bleibt verschont. Die anderen werden eines nach dem anderen verschlungen.
Dass Kleider Leute machen ist ja eine altbekannte Weisheit. Immerhin ist es erwiesenermaßen so, dass innerhalb von wenigen Sekunden der erste Eindruck fest steht. Basierend auf reinen Äußerlichkeiten. Das gilt natürlich auch für Unternehmen, egal ob im persönlichen Kontakt oder im Web. Es kann nicht genug betont werden, welche Bedeutung es hat, wie man das eigene Unternehmen oder sich als UnternehmerIn präsentiert. Im Internet wird nach einem Stichwort gesucht, die Seite geöffnet und innerhalb weniger Sekunden entschieden, ob es das ist, was gesucht wurde, anderenfalls wird sofort abgebrochen. Ein Firmenprospekt genauso wie das Outfit, ein Infomail oder Newsletter, eine Visiten- oder Informationskarte o.ä. wird nur kurz angeschaut und sofort wird das Unternehmen dementsprechend eingestuft. Nach verwendeten Bildern, Schriften und nicht zuletzt Farben. Es kommt also darauf an diesen ersten Augenblick so zu gestalten, dass man eingelassen und nicht weggeschickt wird.
Falsche Präsentation wirkt nur kurzfristig.
Dem gefräßigen Wolf wird seine gierige Rücksichtslosigkeit am Ende zum Verhängnis. Während er in tiefem Verdauungsschlaf liegt, schneidet die zurückgekehrte Geißenmutter seinen Bauch auf und holt ihre Kinder wieder heraus. Stattdessen kommen schwere Steine hinein, die den Wolf nach dem Erwachen beim nächstbesten Durst unter Wasser ziehen und ertränken. Das kann passieren, wenn man sich für etwas ausgibt, das man nicht ist und den Hals nicht voll genug kriegt. Mit seiner aufgehellten Stimme und geweißten Pfote hat er zwar sein Ziel erreicht und sich Zutritt verschafft. Aber er konnte seine Beute letztlich nicht verdauen.
Sich die eigenen Werte und Ziele – unabhängig vom konkreten Leistungs-/Produktangebot – ganz klar zu machen, bevor man mit einem Unternehmen in den Markt eintritt, ist zu empfehlen. Je authentischer und glaubwürdiger der Marktauftritt mit dem übereinstimmt, was dann im Miteinander zwischen Kunde und Unternehmen tatsächlich geboten wird, umso erfolgreicher wird das Unternehmen laufen. Unprofessionalität oder Unseriosität bringt in der Regel nur kurzfristig weiter. Sowas spricht sich schnell herum und ruiniert den Ruf dauerhaft. Da hilft dann auch keine Kreide mehr.
Sein und Schein müssen übereinstimmen.
Ideal ist es, wenn das, wofür Sie stehen, identisch ist mit dem, wie Sie auftreten. Ein eher unkonventioneller Unternehmer sollte dies auch in ausgefallenen Firmenfoldern sichtbar machen, genauso wie eine mehr traditionell orientierte Unternehmerin besser keine ausgeflippte Website verwenden sollte. Ein super trendiger Auftritt, der dann zu einem eher bodenständig-konservativen Unternehmen führt erzeugt Irritationen statt Zufriedenheit.
In diesem Sinne sollte ausreichend Zeit darauf verwendet werden sich bzw. das eigene Unternehmen optimal (=authentisch, glaubwürdig, professionell und kundenorientiert) darzustellen. Und da nicht jede(r) auch ein Marketingprofi sein kann, ist es immer sinnvoll dies mit kompetenter Unterstützung von Fachleuten anzugehen. Das Motto: „Präsentation ist alles“ beweist sich immer wieder. Erfolgreich ist nicht das qualitativ hochwertigste Produkt, sondern jenes, das am besten präsentiert wird. Bekannt werden selten jene Redner, die das höchste Know-how haben, sondern jene, die sich selbst am besten dastehen lassen. Eine Erkenntnis, aus der jedes Unternehmen seine Lehren ziehen kann. Lesen Sie dazu auch in der Erfolgsmagazin-Ausgabe Mai/2009: „Erfolgreich positives Image aufbauen“ mit dem gestiefelten Kater.
Märchenhaft guten Marktauftritt wünscht
Claudia Salloker

Top-Tipp:
Der Wolf und die 7 jungen Geißlein im Original lesen: http://www.grimmstories.com/de/grimm_maerchen/der_wolf_und_die_sieben_jungen_geisslein

Kreis-Box Seite 1:
Die „7 Geißlein“-Frage:
Sein oder Schein?

Rahmen Seite 2:
Farbwirkung für Unternehmen nutzen
Grundsätzlich sollte man schon für die eigene Unternehmens-CI (Logo, Briefpapier, etc.) klären, mit welchen Farben man am besten die Werte des Unternehmens vermitteln kann. Farben wirken immer, aber zumeist nur unbewusst, auf den Betrachter.
• Klares ROT: erzeugt starke Aufmerksamkeit, Aktivität, Glück, Tatkraft, Dynamik, Lebenskraft, Energie, Optimismus, Männlichkeit, kann auch billig wirken (Sonderangebot), Gefahr, Kontrolle, Korrektur/Fehler
• Blasses Rot / ROSA: Nervosität, Sensibilität, Reizbarkeit, Kindlichkeit, Unreife, Träumerei, Zärtlichkeit
• Klares ORANGE: Lebensfreude, Gesundheit, Kraft, Vitalität, Heilkraft, Selbstbewusstsein, Loyalität, Wärme, wirkt leicht unseriös (zu lebhaft)
• Trübes Rot od. Orange / ROST: Egoismus, Kleinlichkeit, Aggressivität, Trägheit, Mangel an Initiative
• Klares GELB: Licht, Weisheit, Unbeständigkeit, Frische, Fröhlichkeit, Geist, Intellekt, Spiritualität
• Trübes Gelb / SENF: Habgier, Überheblichkeit, Habgier, Überheblichkeit, Materialismus, Wankelmut
• Klares GRÜN: Leben, Gesundheit, Zuversicht, Jugend, Zuverlässigkeit, Sicherheit, Offenheit, Lebendigkeit, Balance, Harmonie, Heilung, Naturverbundenheit, Ruhe, oft mit Umweltschutz/Bio-Produkte verbunden
• OLIVGRÜN: nicht zu empfehlen, Habgier, Neid, Eifersucht, Tarnung /Täuschung, Egoismus
• Klares BLAU: häufigste Lieblingsfarbe, Freimütigkeit, Ehrlichkeit, Intuition, Einsicht, Hingabe, Weiblichkeit, Mütterlichkeit, Frieden, Treue, Sympathie, Vertrauen, sollte nicht ins Violette tendieren
• HELLBLAU: Schüchternheit, Beeinflussbarkeit, schwache Persönlichkeit
• DUNKELBLAU: Willensstärke, Arbeitsgeist, Fortschrittswille
• Klares VIOLETT: Macht, Reife, Geheimnisse, Spiritualität, Edelmut, Opferbereitschaft, Religiosität, Selbstlosigkeit, Charme, Stärke
• BRAUN: Handel und Wirtschaft, Geborgenheit, Fruchtbarkeit, Reichtum, Erdverbundenheit, konventionell, Trägheit
• WEISS: Ordnung, Klarheit, Transparenz, Unschuld, Leere, Sachlichkeit, Kälte, als Websitehintergrund anstrengend (blendet)
• GRAU: Eintönigkeit, Pünktlichkeit, Unscheinbarkeit, Alter, Vergangenheit, hellgrau für Hintergrund gut geeignet
• SCHWARZ: konservativ, Individualität, Eleganz, Seriosität, aber: als Hintergrund oft bei Erotik-Websites

TIPP: Die Wahl der falschen Farben kann sich nachhaltig als hinderlich erweisen. Grellgelbe Schriften, blitzblaue Hintergründe oder braune Elemente sind für die wenigsten Firmen vorteilhaft. Ein wohldurchdachtes durchgehendes Farbkonzept sollte sich auch ein Ein-Persone-Unternehmen zu Beginn zulegen und sämtliche Unterlagen, die nach außen gehen, sollten diese Konzept widerspiegeln. Das wirkt kompetent und erzeugt Vertrauen.

[Post to Twitter] Tweet This Post 

Dieser Artikel wurde verfasst am Montag, September 21st, 2009 um 11:07.
Kategorie: Mensch & Geist.

 

No Comments, Comment or Ping

Artikel “Präsentation ist alles”

<