Sie wollen ein neues Unternehmen gründen? Ihnen schwebt eine Erweiterung oder die Einführung neuer Angebote im bestehenden Unternehmen vor? Ihr bisheriger Chef möchte sein Unternehmen an Sie übergeben? All das sind gute Gründe für ein schriftliches Unternehmenskonzept. Doch worauf müssen Sie beim Verfassen eines Businessplans besonders achten, wo liegen vermeidbare Fehlerquellen?
Obwohl sich bei Businessplänen gewisse Gepflogenheiten und Standards eingebürgert haben, hat jedes Unternehmenskonzept natürlich seine Besonderheiten, denen auch beim schreiben Rechnung getragen werden sollte. Das beginnt bereits beim Detaillierungsgrad der einzelnen Kapitel. Je nach Hauptadressat des Businessplans (reiner Eigengebrauch, Financier, Umsetzungspartner, etc.) werden die Informationen mehr oder weniger ausführlich ausfallen. In jedem Fall soll das Endergebnis aber weder Roman noch Werbebroschüre mit reinen Stichwortaufzählungen („Powerpointdarstellungen“) sein. Es sollte sich um eine sachliche Erläuterung von Fakten, Handlungsentscheidungen und den dazugehörigen Zahlen handeln. Auch wenn der Umfang von der zu beschreibenden Geschäftsidee abhängt, sollte der Hauptteil des Businessplans nicht länger als etwa 30 Seiten werden. Ergänzende Details und Erklärungen können auch im Anhang untergebracht werden.
Gerade bei technischen Innovationen, neuartigen Geschäftsprozessen oder Ideen mit wissenschaftlichem Hintergrund besteht die Gefahr unverständlicher Erklärungen und Darstellungen. Im Sinne der Verständlichkeit empfiehlt sich in jedem Fall eine Mischung aus grafischer bzw. tabellarischer Darstellung und verbaler Beschreibung. Wenn Fachworte notwendig erscheinen, sollten diese in Fußnoten erklärt werden. Versetzen Sie sich immer wieder in die Lage eines fachfremden Lesers, dem nur der vorliegende Businessplan fürs Verstehen zur Verfügung steht.
Inhaltlich ist für viele die Markt- und Konkurrenzanalyse eine besondere Herausforderung, da die entsprechenden Zahlen nicht immer so einfach zu recherchieren sind. Gerade am Anfang der Selbstständigkeit kann oder will man sich gebührenpflichtige Analysen nicht leisten. Die kostenlosen Quellen bieten aber oftmals nicht so fundierte Entscheidungsgrundlagen. Zudem sind in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation viele verfügbare Marktdaten unbrauchbar – vor allem, wenn sie vor Oktober 2008 erstellt wurden.
Ein ganz wesentlicher Teil des Businessplans ist der Finanzplan, weil hier sämtliche Entscheidungen und Erwartungen in Zahlen übergeführt werden. Die Herausforderung besteht darin, dass alle im Textteil formulierten Aktivitäten und Ziele auch in der Ertrags- und Kostenaufstellung eingerechnet werden. Dabei müssen auch viele Annahmen über zukünftige Entwicklungen getroffen werden, was sehr viel Fehlerpotential beinhaltet. Aus diesem Grund empfiehlt sich eine doppelte Planung mit Best- und Worst-Case-Szenarien.
Da sich die Planungen in einem schriftlichen Unternehmenskonzept überhaupt sehr stark auf die eigene Einschätzung von Chancen, Risiken, Stärken und Schwächen beziehen, möge hier auch die so genannte SWOT-Analyse genannt werden. Nur wer ehrlich und selbstkritisch mit sich und dem eigenen Vorhaben umgeht, wird mögliche Stolpersteine rechtzeitig aus dem Weg räumen können. Es bringt nichts, wenn man sich mit dem Businessplan seine eigene Idee schön schreibt. Am Ende zählt nur, ob die beschriebene Idee wirklich unternehmerisch umgesetzt werden kann.
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Artikel “Fehlerquellen beim Erstellen von Businessplänen”