Wirtschaftliche Kooperationen zwischen österreichischen Unternehmen und Partnern in Entwicklungsländern werden mit hohen Förderungen unterstützt. Welche Projekte Chancen haben und warum sich Wirtschaft und Entwicklung nicht widersprechen, erklärt Daniel Rössler von PNO Consultants.
Daniel Rössler ist Consultant bei PNO. Als größter Fördermittelberater Europas unterstützt PNO seit über 25 Jahren Kunden aus dem privaten und dem öffentlichen Bereich bei der Identifikation, Beantragung und Abwicklung von regionalen, nationalen und internationalen (EU-) Förderungen.
Erfolgsmagazin im Interview mit Daniel Rössler von PNO Consultants.
Erfolgsmagazin: Wirtschaft und Entwicklung – passt das zusammen?
Rössler: Auf jeden Fall. Entscheidend ist dabei, wie wirtschaftliches Handeln gestaltet wird. Nachhaltiges Unternehmertum hat bedeutende positive Auswirkungen auf benachteiligte Regionen: Arbeitsplätze werden geschaffen, Infrastruktur wird aufgebaut, höhere Einkommen werden erzielt. Wichtig ist, dass arbeits- und umweltrechtliche Standards eingehalten werden und alle Beteiligten in gleichem Maße von den Projekten profitieren. Dann bedeutet wirtschaftliche Entwicklung gleichzeitig auch soziale Entwicklung.
Erfolgsmagazin: Welche Förderungen gibt es für österreichische Unternehmen, die in Ländern des Südenssüdlichen Ländern/Entwicklungsländern aktiv werden wollen?
Rössler: Prinzipiell gibt es eine ganze Reihe an Fördermöglichkeiten, sowohl von nationalen als auch internationalen Förderstellen. In Österreich unterstützt vor allem die ADA, die Austrian Development Agency, Firmen bei iIhren Aktivitäten in Entwicklungsländern. Zusätzlich können Österreicher österreichische Unternehmer aber auch von den Förderungen anderer europäischer Länder profitieren – im Moment gibt es zum Beispiel eine sehr interessante Ausschreibung des nNiederländischens Entwicklungsministeriums, dass welches Projekte in Afrika, Asien und Zentralamerika mit einem Barzuschuss von bis zu 750.000 Euro unterstützt.
Erfolgsmagazin: Und diese Förderung ist auch für österreichische Unternehmen geöffnet?
Rössler: Ja. Wenn ein österreichisches Unternehmen gemeinsam mit einem lokalen Partner vor Ort eine Partnerschaft eingeht und ein innovatives Produkt oder eine Dienstleistung erzeugt, kann dieses Unterfangen mit 50% der Projektkosten unterstützt werden.
Erfolgsmagazin: Welche Kosten werden dabei übernommen?
Rössler: Förderbar sind alle Kosten, die für das Projekt anfallen: Hardwarekosten, also Kosten für Maschinen, Gebäude und Anlagen, ebenso wie Kosten für Schulungen, Trainings und Projektmanagement.
Erfolgsmagazin: Gibt es Ausschlusskriterien oder spezielle Auflagen, die die Unternehmen erfüllen müssen?
Rössler: Natürlich kann nicht jedes x-beliebiges Vorhaben gefördert werden. Wichtig ist zum Beispiel, dass das österreichische Unternehmen bereits Erfahrung im Geschäftsfeld und in der technischen und finanziellen Abwicklung ähnlicher Vorhaben hat. Besonderes Augenmerk wird auch auf den lokalen Partner gelegt. Am wichtigsten ist aber, dass durch das Projekt neue Arbeitsplätze im Zielland geschaffen werden und sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen nachhaltig verbessern.
Erfolgsmagazin: Wie kann das gewährleistet werden?
Rössler: Unternehmen müssen sich ihrer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt bewusst sein. Sie müssen immer im Hinterkopf behalten, dass ihr Handeln direkte Auswirkungen auf ihr Umfeld hat, sei es nun in Österreich oder in Nicaragua. Unternehmen sind daher zunehmend gefordert, CSR – also Corporate Social Responsibility – zu übernehmen und im Geschäftsalltag auch vorzuleben. Vor allem bei Projekten in Entwicklungsländern komment CSR-Mechanismen eine enorme Bedeutung zu – weshalb ein professionelles CSR-Konzept auch eine Voraussetzung für viele Förderungen ist.
Erfolgsmagazin: CSR ist ja vor allem bei Großunternehmen sehr gängig und präsent. Was ist aber mit KMU – haben kleinere Betriebe die Ressourcen und das Know-HowKnow-how, um solche Maßnahmen zu planen und durchzuführen?
Rössler: Viele kleinere Unternehmen handeln tagtäglich sozial, ohne es „CSR“ zu nennen oder als solches zu kommunizieren. Für eine professionelle CSR-Gestaltung im Unternehmen können aber Experten hinzugezogen werden, etwa von ICEP. ICEP ist eine Organisation, die sich mit dem Thema „Wirtschaft und Entwicklung“ beschäftigt und für Unternehmen, die in Entwicklungsländern tätig sind, CSR-Systeme konzipiert und aufsetzt. Die Kosten für solche Maßnahmen werden übrigens auch von der Förderung abgedeckt.
Erfolgsmagazin: In welcher Weise kann PNO österreichische Unternehmen bei der Lukrierung von Förderungen unterstützen? Welche Rolle spielen Sie in diesem Prozess?
Rössler: Wir stehen den Unternehmen beratend zur Seite, machen auf die Chancen und Möglichkeiten der Förderungen aufmerksam, konzipieren und schreiben den Antrag, kommunizieren mit den verantwortlichen Behörden und leiten die Vertragsverhandlungen – kurz, wir wickeln den gesamten Fördermittelprozess ab, von der ersten Projektidee bis hin zur Überweisung der letzten Förderrate. So gesehen führen wir unsere Kunden durch den dichten Förderdschungel, direkt an die Förderung heran.
Erfolgsmagazin: Herzlichen Dank für das Interview.
Daniel Rössler ist Consultant bei PNO. Als größter Fördermittelberater Europas unterstützt PNO seit über 25 Jahren Kunden aus dem privaten und dem öffentlichen Bereich bei der Identifikation, Beantragung und Abwicklung von regionalen, nationalen und internationalen (EU-) Förderungen.

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Artikel “Eine WIN-WIN Situation mit Förderpotential”