image Nicht nur Förderungen liefern finanzielle Begünstigungen bei Investitionen. Investment Incentives sind nationale Anreizsysteme, um Firmen zu Investitionen in anderen Ländern zu motivieren.

Durch das ausgeprägte Förderwesen der EU und speziell der Strukturfondsmittel, ist diese Form der Förderung zumindest medial etwas in den Hintergrund gerückt. Die Strategie, die jedes Land mit der Gestaltung dieses Anreizsystems verknüpft, ist die Motivation von Investoren speziell in weniger entwickelte Regionen und weniger ausgebildete oder arbeitslose Menschen zu investieren. Daher hängt die Höhe der Förderung oft von der durchschnittlichen Arbeitslosenquote der Region und den wettbewerbsrechtlichen Höchstsätzen der EU ab.

Meist besteht ein Investment Incentive Paket eines CEE Landes aus mehreren Komponenten:

Direktförderung (Cash)

  1. Zuschuss für Anschaffungen von Investitionsgütern. Die Höhe dieser Förderung variiert zwischen 10 – 70%.
  2. Zuschuss zu den Personalkosten der neugeschaffenen Arbeitsplätze über einen gewissen Zeitraum (2 bis 5 Jahre).

Steuerliche Erleichterungen

  1. Erlass oder Stundung der Körperschaftssteuer, der Umsatzsteuer oder der Einfuhrumsatzsteuer über einen gewissen Zeitraum.
  2. Erlass des Zolls bei der Einfuhr von gewissen Anlagegütern.

Zuschüsse zu Schulungsaktivitäten

  1. Allgemeine Ausbildungsthemen:  Bis zu 80%.
  2. Spezielle Ausbildungsthemen: Bis zu 50%.

Günstige Konditionen beim Erwerb von staatlichen Grundstücken
Einige Länder wie Polen, Litauen oder Lettland werben mit speziell eingerichteten Wirtschaftszonen wie spezial economic zones (SEZ) oder free economic zones (FEZ), free ports und industry parks, in denen Steuererleichterungen (z.B. Grundsteuer, Körperschaftssteuer, etc…), günstige Infrastruktur oder Ähnliches gewährt werden.

Litauen ist bezüglich der Förderung von Forschung und Entwicklung besonders kreativ und erlaubt eine dreifache Anrechnung der F&E Kosten auf den Umsatz und eine verkürzte Abschreibungsdauer für Anschaffungsgüter (super-accelerated depreciation) von 2 Jahren. Näheres finden Sie bei der Litauischen Investitionsagentur LDA .

Wichtigste Kriterien für die Investment Incentives sind

  • Mindestinvestitionsvolumen – variiert je nach Region oder Wirtschaftszweig zwischen 3 bis 30 Mio. Euro.
  • Mindestanzahl an neu geschaffenen Arbeitsplätzen – variiert je nach Region oder Wirtschaftszweig zwischen 5 bis 300 Arbeitsplätze.
  • Behaltefrist der Investition/ Arbeitsplätze – meist 3 Jahre für KMU und 5 Jahre  für Großunternehmen.

In Ungarn können Unternehmen nur dann Schulungsförderungen in Anspruch nehmen, wenn Sie bereits für Direktförderungen (Cash) zugelassen worden sind.

Die Organisation oder Abwicklung erfolgt meist über eine Investitionsagentur. Es kann auch laufend das ganze Jahr eingereicht werden. Nach der Einreichung erfolgt meist eine Verhandlungsphase, in der die nationale Regierung mit dem Antragssteller über die Konditionen und genauen Zahlen verhandelt. Am Ende steht ein Vertrag, der genau festlegt in welchen Zeitabschnitten welche Investitionen getätigt werden müssen.

Je nach Förderart kann die Dauer des Vertrages bis zu 13 Jahre sein (z.B. Projektdauer 3 Jahre, Steuererleichterungen dann über 10 Jahre).

Bei Investment Incentives ist daher die Phase der Realisierung bei weitem länger als bei klassischen EU Strukturfondsprojekten (3 bis 5 Jahre). Auf besondere Sorgfalt ist bei der Durchführung des Vorhabens zu legen.

Es macht sich durchaus bezahlt, bei der Antrags- und besonders bei der Verhandlungsphase und Durchführungsphase lokale Experten zu Rate zu ziehen, die einem durch den Prozess begleiten.

MMag.a Nina Aichholzer

 

PNO Consultants GmbH
MMag.a Nina Aichholzer
Dresdner Straße 108/7, 1200 Wien
n.aichholzer@pnoconsultants.com
+43 1 942 51 53-11
http://www.pnoconsultants.com/

 

Erschienen in der Erfolgsmagazinausgabe Juni 2009

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Dieser Artikel wurde verfasst am Mittwoch, Juni 17th, 2009 um 14:20.
Kategorie: Geld & Finanzen.

 

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Artikel “Investment Incentives – Anreize für ausländische Investoren”

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