„PR begins at home“ – dieser fast schon inflationär gebrauchte Slogan beschreibt es dennoch genau: Mitarbeiter sind die erste Öffentlichkeit in einem Unternehmen. Jeder von ihnen ist ein Kommunikator, mit Schnittstellen nach Innen und Außen.
Mitarbeiter sind schon lange nicht mehr auf einseitige Hofberichterstattung seitens der Unternehmensführung angewiesen. Sie suchen und finden Informationen, ob von Innen oder von Außen, und beteiligen sich aktiv am Dialog.
Nicht die Anzahl der Information zählt, sondern die Qualität und zielgruppengerechte Aufbereitung.
Doch den Mitarbeiter „an sich“ gibt es nicht, genauso wenig wie das „ideale Unternehmen“.
Mitarbeiter sind keine homogene Masse und haben sehr spezifische Bedürfnisse und Erwartungen. Sie unterscheiden sich hinsichtlich Wissensstand, Perspektiven, Bildung oder Alter aber auch durch verschiedene Hierarchieebenen oder Aufgabenbereiche. Ihre Identifikation, Motivation, Kooperationsbereitschaft, Arbeitszufriedenheit und Integration gilt es zu erhalten und zu erhöhen.
Die Interne Kommunikation wird immer wichtiger.
Eine Studie fand heraus, dass organisatorisch die interne Kommunikation in mehr als der Hälfte der untersuchten Unternehmen keiner bestimmten Abteilung zugeordnet war, nur 23 Prozent ordnen sie der PR Abteilung zu (Depner-Berger, 2006).
Die Möglichkeiten der Public Relations für die interne Kommunikation zu nutzten wird dennoch immer mehr erkannt. Kommunikation wird vermehrt strategisch geplant und intern etabliert. Agenturen unterstützen Unternehmen dabei zunehmend beratend.
Was umfasst die Interne Kommunikation, interne Public Relations, oder Mitarbeiterkommunikation, um nur einige existierende Begriffe zu nennen?
• Sie ist mehr als Top down Information und die Herausgabe einer Mitarbeiterzeitung.
• Sie umfasst alle kommunikativen und informativen Vorgänge, die zwischen Mitarbeitern eines Unternehmens vorgehen.
• Sie steuert Aktivitäten, fördert den Dialog und stellt die jeweiligen Kommunikationsplattformen zur Verfügung
• Sie ist strategisch geplant und lässt eine Evaluierung zu.
• Sie nutzt die PR-Instrumente, die zum Unternehmen passen.
Was sind die Herausforderungen?
• Kommunikative Erreichbarkeit der Mitarbeiter.
• Informationsweitergabe – die Macht des Wissenden.
• Reibungspunkte zwischen den Abteilungen.
• Unternehmenswerte vermitteln und verankern – gelebte Unternehmenskultur .
Ziele und Botschaften leiten sich aus der Unternehmensstrategie ab.
Schwerpunkte und Ziele sind so vielfältig wie es Unternehmen gibt. Je nach Ausrichtung des Unternehmens verlagern sich auch die Schwerpunkte in den Botschaften und Zielen der Internen Kommunikation. Sind es bei F&E orientierten Unternehmen vielleicht die Schnittstellen nach Außen, die z.T. durch den Faktor Geheimhaltung beeinflusst werden, haben exportierende oder börsennotierte Unternehmen wohl andere Ansprüche.
Wenn die Interne Kommunikation beim Mitarbeiter beginnt, wo hört sie auf?
Mitarbeiter sind Meinungsmultiplikatoren – nach Innen wie nach Außen. Sie haben unterschiedliche Informationsquellen. Innerbetrieblich sind es Kollegen, andere Abteilungen, Betriebsrat, interne Publikationen und Informationen des Managements. Aber auch über Medien oder Kunden bekommen sie Eindrücke über das Unternehmen. Das betrifft vor allem den Außendienst, der eine wichtige und oft vernachlässigte interne Zielgruppe darstellt. Sie sind nur schwer erfassbar, tragen jedoch ihre Meinung über das Unternehmen zu Kunden und anderen Öffentlichkeiten.
Die „Neuen“ Medien (Anmerkung: sie sind bereits 15 Jahre alt), können und werden hier sicherlich in Zukunft eine noch größere Rolle spielen, intern als Intranet aber auch extern als Schnittstellentechnik.
Die Grenzen zur externen Kommunikation sind fließend und gerade deshalb so wichtig – denn dort verläuft eine virtuelle Grenze für die Interne Kommunikation, je nach Anspruch und Strategie des Unternehmens.
Dr. Michaela Endemann
Dr. Michaela Endemann
akad. PR Beraterin
WISSIT e.U.
Gentzgasse 129/1/21, A-1180 Wien
+43 699 11 71 3671
michaela.endemann@wissit.net
www.wissit.at
Erschienen in der Erfolgsmagazinausgabe Juni 2009

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Artikel “Die Interne Kommunikation in Unternehmen”