nikolaus Die Antwort ist kurz und bündig. JEIN. Seit einem halben Jahrhundert erforschen Psychologen die menschliche Kreativität. Die Intelligenz eines Menschen lässt sich einerseits mit standardisierten Verfahren messen. Schwerer wird es aber bei der Kreativität.

Eines steht fest: Kreativität ist eben nicht standardisiert messbar, im Gegensatz zur Intelligenz. Kreativität kann allerdings messbar gemacht werden. Vorneweg gilt es zwei Arten der Kreativität zu unterscheiden:

  1. Die ästhetische Kreativität: Sie ist die Ausdruckform eines Individuums bzw. eines Künstlers. Die Ergebnisse sind Kunstwerke (Symphonie, Bilder, Gedichte usw.).
  2. Die problemlösende Kreativität: Das sind zielgerichtet eingesetzte Fähigkeiten. Die Ergebnisse sind Innovationen (Produkte, Verbesserungen, Einsparungen usw.).

Definition der Kreativität

Kreativität ist die Fähigkeit, neue Ideen, Lösungen und Verbindungen zu finden und auch schon Vorhandenes auf eine neue Weise zu verwenden oder miteinander zu kombinieren. Kreativität erweitert damit die Wahlmöglichkeiten. Kreative Lösungen sind:

- neu

- unerwartet

- nutzvoll

Balanced Scorecard

Sie wurde 1992 entwickelt und eingeführt. Die Balanced Scorecard ist ein Konzept zur Dokumentation der Ergebnisse aus Messungen der Aktivitäten eines Unternehmens im Hinblick auf seine Vision und Strategie. Die BSC besteht aus vier Perspektiven: Finanzperspektive, Kundenperspektive, Prozesse und Erneuerungs- und Wachstumspotential.
Genau diese vier Perspektiven können zur Bewertung und zur Messung von Kreativität in einem Unternehmen herangezogen werden. Wie wirkt sich eine kreative Idee auf die Finanzsituation eines Unternehmens aus? Welches Verbesserungspotential können Kunden auf Grund einer kreativen Idee wahrnehmen? Gibt es mehr Kundenbindung? Wie verbessern sich die Prozesse in einem Unternehmen? Welche neuen Produkte werden entwickelt?

Fischer Werke

Es ist also möglich, Kreativität messbar zu machen. Und damit zur zweiten Frage: Kann man Kreativität berechenbar machen? Da riskieren wir einem Blick nach Deutschland, genauer gesagt nach Baden- Württemberg.

Nirgendwo ist die Innovations- und Kreativitätsdichte so groß wie hier. Auf der Landkarte der Weltmarktführer versammelt sich dort die Ideenelite der deutschen Wirtschaft. Eines der Vorzeigeunternehmen in diesem Gebiet sind die Fischer Werke. Dieses Unternehmen hat mehr als 2000 Patente und kann jährlich mehr als 40 Erfindungen vorweisen.

„Kreativ müssen wir in der ganzen Prozesskette des Unternehmens sein“, sagt Firmenchef Klaus Fischer, „von der Entwicklung über die Produktion bis zum Vertrieb“. Dazu treibt er seine mehr als 3400 Mitarbeiter ständig an. Im Fischer Ideen Prozess, kurz FIP, entstehen jährlich rund 6000 Ideen für neuen Arbeitsprozesse und Produkte. Die besten Ideen werden durch Icentives und Geld belohnt. Gemessen wird dies durch ein ausgetüfteltes Entlohnungssystem.

Das ist eine der meist verbreiteten Formen der Ideenförderung. Wer innovativ ist, bekommt mehr Gehalt oder einen Bonus. Laut einer Studie des Deutschen Instituts haben sich die befragten Unternehmen die Ideen ihrer Mitarbeiter rund 200 Millionen Euro kosten lassen. Ein lohnendes Geschäft, denn der Ertrag ist fast zehn Mal höher. Die Einsparungen und der geschätzte Nutzen für die Firmen belaufen sich auf knapp unglaubliche 2 Milliarden Euro. Allein die Deutsche Post freut sich über einen Nutzen von 271 Millionen Euro, Volkswagen über 168 Millionen und Siemens über 158 Millionen.

Ideenmanagement

„Was es braucht, ist gelebtes Ideenmanagement“, meint das Institut für Betriebswirtschaft. Menschen bringen sich vor allem deswegen ein, weil sie mitgestalten wollen und Anerkennung wünschen. „Jeder ist kreativ, aber nicht jeder bringt seine Ideen zu Papier.“ Ein ideales Management sieht deshalb im Groben so aus: Jeder kann einen Vorschlag machen, egal, ob er Manager ist, in der der Kreativabteilung arbeitet oder am Fließband steht. Der Vorstand muss dahinter stehen, alle Mitarbeiter ständig ermutigen und auch loben.

Andere Länder sind mit der berechenbaren Ideenförderung schon weiter. Beim japanischen Autohersteller Toyota etwa macht jeder Mitarbeiter im Schnitt 63 Verbesserungsvorschläge im Jahr. Zum Vergleich: In Österreich bringen 100 Mitarbeiter etwa 40 Ideen im Jahr vor. Toyota macht jeden Mitarbeiter zum hochqualifizierten Experten für seinen eigenen, kleinen Bereich. So soll der MA, der etwa das Radio ins Armaturenbrett einbaut, nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen, wie man das Radio schneller und besser montieren kann. Und nicht nur der vorgesetzte Ingenieur, der den Arbeitsplatz einmal geplant hat. Unter anderem dieses System, KAIZEN genannt, bringt Toyota eine geringe Rücklaufquote und eine hohe Innovationsfähigkeit.

Kreativität – und damit Innovation – in einem Unternehmen ist also berechen- und auch messbar. Große internationale Konzerne leben das Tag täglich vor. Einerseits muss das entsprechende Umfeld geschaffen werden, und anderseits müssen die richtigen Kriterien für deren Messbarkeit definiert werden. Das Umfeld besteht nicht nur aus Hygiene–Faktoren. Es geht nicht nur darum, wie sich der Arbeitsplatz gestaltet. Sondern: Auch an der Einstellung der Mitarbeiter muss und soll gearbeitet werden. Und um das zu gewährleisten, ist die Hilfe eines Kreativ- und Ideencoach zielführend.

Viel Erfolg!

 

Auflösung Jänner:

6 (sechs) als Antwort hat fünf Buchstaben. Das bedeutet FÜNF ist die richtige Antwort.

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Übung Februar:

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Sie haben einen runden Nusskuchen gekauft. Ursprünglich hatten Sie sechs Gäste erwartet, aber jetzt kommen doch sieben, so dass mit Ihnen acht Personen da sind. Teilen Sie den Kuchen mit nur drei (!!!) Schnitten in 8 Stücke auf.

 

Die Ideenakademie
Mag. Nikolaus Kubiczek
Brockmanngasse 2 – 1120 Wien
0676/422 35 69 | 01/890 16 12
www.ideenakademie.at
kubiczek@ideenakademie.at

 

Erschienen in der Erfolgsmagazinausgabe Februar 2009

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Dieser Artikel wurde verfasst am Dienstag, Februar 17th, 2009 um 17:19.
Kategorie: Mensch & Geist.

 

One Comment, Kommentar oder Ping

  1. romand

    Ist nur die halbe Geschichte:
    Schau mal was ich gefunden habe:
    http://www.fischerfratze.de

Artikel “Ist Kreativität mess- und berechenbar?”

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