mario „In vier Spielzügen zum Touchdown“ ist sein Leitmotiv: Mario Typplt, einer von 80.000 österreichischen Ein-Personen-Unternehmen (EPU), der seine unternehmerische Vision zur Verwirklichung brachte. Beim i2b&GO! Businessplanwettbewerb überzeugte er die Jury mit seinem Businessplan und seiner Präsentation. Für die authentische Darstellung seines Geschäftsmodells, mit dem Herzstück der „Quaterback.Methode“, wurde er im Dezember 2008 mit Platz 1 in der Kategorie „Ein-Personen-Unternehmen“ (EPU) ausgezeichnet.

Im März 2008 gründete Mario Typplt als Ein-Personen-Unternehmen producting team, eine Unternehmensberatung & Produkt Marketing Agentur e.U. In diesem Zusammenhang prägt er neue Begriffe. „producting“ oder die eigens entwickelte „Quarterback.Methode“ sind die markanten und wiederkehrenden Wortkreationen.
Erfolgsmagazin im Interview mit Mario Typplt.

Erfolgsmagazin: Grundsätzlich könnte man einmal davon ausgehen, dass eine Marketing Agentur, derer es viele gibt, nicht zwangsläufig der Renner bei einem Businessplanwettbewerb ist. Sie haben mitgemacht und den ersten Platz belegt. Was zeichnet Ihr Konzept aus?
Typplt:
Mit producting beginnt unsere Arbeit im analytischen Bereich. Wir prüfen bestehende Produktportfolios auf deren Wertschöpfung. Ob die Märkte in ihrer Gesamtheit effizient angesprochen werden, und ob weitere Zielgruppen erreichbar sind. Dann erst gehen wir in die Adaptierung der Vermarktung oder setzen diese neu auf. Bei der Vermarktung eines Produktes ist Marketing, neben dem Produkt Management und dem Vertrieb, nur eine von drei Disziplinen. Zwischen diesen Disziplinen/Fachbereichen gibt es im Unternehmensalltag schwere Schnittstellenverluste. Die kann man sich auf Dauer nicht leisten. Zurzeit schon gar nicht. Mit producting hebe ich diese Schnittstellenverluste auf: Zum Wohle des Produktes, und demnach zum Wohle des Unternehmens. In diesem Sinne verstehe ich mich auch nicht als reine Marketing Agentur.

Erfolgsmagazin:
Wie und wann entstand die Idee der Selbständigkeit?
Typplt:
Der Wunsch entstand vor ca. 8 Jahren. Nur, mir fehlten noch wichtige Elemente. Ich wollte nicht eine weitere Werbeagentur am Markt sein. Obwohl das Kreativpotenzial bereits da war.

Erfolgsmagazin:
Wie kam es dazu, dass Sie Ihre eigenen Wortkreationen entdeckten? Was war der Anstoß, was wollen Sie damit zum Ausdruck bringen?

Typplt:
Das war vor 4 Jahren. Das ging Schlag auf Schlag. Als sich mir ein paar der fehlenden Elemente plötzlich darstellten. Das Produkt in den Mittelpunkt des Handelns zu stellen. Und Vermarktungskonzepte gleich aus der Sicht des Marketings, Vertriebs und des Produkt Managements zu erstellen. Ohne Schnittstellenverluste. Zur Unterstützung der jeweils Verantwortlichen, da immer weniger Zeit bleibt. Da war es zu producting nicht mehr weit.
Erfolgsmagazin: Sie kommen ja aus dem professionellen Vertriebsbereich. Was haben Sie sich aus Ihren Erfahrungen mitgenommen, was nun wirksam wird?
Typplt:
Ich habe viel gelitten. Eben diese Schnittstellenverluste zwischen Marketing, Vertrieb und Produkt Management machten mir zu schaffen. Diese drei Vermarktungsdisziplinen, die ganz eng zusammenarbeiten müssten, haben sich in jeweils eigene Richtungen entwickelt und sind in Unternehmen auch so getrennt aufgestellt. Des Weiteren dreht sich die Innovationsspirale immer schneller. Da passiert es schon mal, dass Aufgaben liegen bleiben. Dem will ich mit producting entgegentreten.

Erfolgsmagazin:
Neben den einprägsamen Aussagen „In vier Spielzügen zum Touchdown“ oder „Führ mich zum Schotter“, gibt es auch einen interessanten Imagefolder mit einem Football-Team und Cheerleadern. Was hat das alles mit einer Marketing Agentur und Produktmarketing zu tun?
Typplt:
Vorrangig mit der Unternehmensberatung. Die Quarterback.Methode ist der Weg, den ich mit meinen Kunden gehe. Ein Footballteam hat im Angriff vier Versuche, um einen minimalen Bodengewinn oder gar Touchdown zu schaffen. In der Methodik sind das die vier Spielzüge Customer.Knowledge, Market.Modelling, Strategy.Direct und Leads.Direct. Der Touchdown ist unternehmensspezifisch – aber zumeist der Kunde.
„Führ mich zum Schotter“ kommt aus dem Film Jerry Maguire. Tom Cruise ist hier der Agent eines Footballspielers, eines Receivers – das ist der Fänger, der zumeist den Touchdown macht. „Führ mich zum Schotter“ ist der Arbeitsauftrag des Spielers an seinen Agenten. Auf den Punkt gebracht kann ich mir vorstellen, dass das auch die Erwartungshaltung meiner Kunden ist. Ich sehe mich als der Agent von Produkten.

Erfolgsmagazin:
Quarterback.Methode klingt sehr energievoll und stark, aber doch auch ein wenig kämpferisch. Welche Assoziationen wollen Sie damit auslösen?
Typplt:
Marktbearbeitung ist ein martialischer Akt, genauso wie das Football Spiel. Es geht um Angriff, Verteidigung, Schnelligkeit und Ablenkung. Da steckt sehr viel Strategie in Football. Dennoch läuft das Spiel nach genauen Regeln ab. Im Geschäftsalltag würde ich das als Ethik bezeichnen.
Der Quarterback hat die Aufgabe, die Spielzüge je Situation zu bestimmen und einzuleiten. Im besten Fall setzt er den entscheidenden Pass zum Touchdown. Viele Rollen innerhalb eines Unternehmens lassen sich in den Aufgaben am Spielfeld wiederfinden. Einen Regelüberblick hab ich in meinem Blog www.producting.unternehmerweb.at zur Verfügung gestellt.

Erfolgsmagazin: Wo kommt die Quarterback.Methode zum Einsatz? Und: Was ist ihr Ansatz und Ziel?
Typplt:
Mit der Quarterback.Methode ist es möglich, die Wertschöpfung eines Produktes zu erhöhen, indem der Weg zu mehr Marktdurchdringung aufgezeigt wird. Neue Märkte oder Zielgruppen können risikominimiert erobert werden. Zwei Themen die gerade heute besonders wichtig sind. Je nach Zielsetzung kann der Touchdown in der Neukundengewinnung, Reaktivierung verlorener Kunden, dem Etablieren von Kundenbindungsprogrammen, als Vertriebssteuerungstool, oder im Campain Controlling liegen. Die Methodik unterstütz die jeweils Verantwortlichen, indem wir anhand der psychographischen Profile der Zielmärkte den Weg aufzeigen. Und auf Wunsch umsetzen – sofern keine eigenen Ressourcen vorhanden sind.


Erfolgsmagazin:
Für welche Zielgruppe ist diese Methode geeignet?

Typplt:
Ursprünglich wurde es als B2C Tool für Markenartikler entwickelt. Mittlerweile können wir das in begrenztem Rahmen auf den B2B Bereich anwenden. Des Weiteren haben wir aus der Quarterback.Methode auch kleine Pakete geschnürt, die EPU’s und Kleinunternehmer – beispielsweise mit „Auf, zum Kunden!“ – unterstützen können.

Erfolgsmagazin:
Das heißt, Sie können die Quarterback.Methode für jede Unternehmensgröße anpassen und modifizieren?
Typplt:
Nein. Die Quarterback.Methode ist die Quarterback.Methode. Da steckt viel Analysearbeit drin, die ein Kleinunternehmer nicht bezahlt und auch in der Tiefe nicht notwendig ist. Ich würde sie lieber als Ableitungen bezeichnen. Denn das methodische Vorgehen wie Kundenanalyse, Potenzial hochrechnen, Strategieentwicklung und die Leads dazu, sind auch dort enthalten. Aber natürlich, wie schon erwähnt, nicht in dieser Tiefe.

Erfolgsmagazin: Wann kann sie vor allem bei Kleinunternehmen zum Einsatz kommen? Gibt es ein anschauliches Beispiel?

Typplt:
Also gerade in diesem Bereich würde ich als Quarterback die Hauptaufgabe darin sehen, die Angst vor dem Verkauf zu nehmen, indem Kommunikationsinhalte erarbeitet werden, die dann in Verkaufsgesprächen, als auch bei Werbeunterlagen zu finden sein sollten. Und eine Vorgehensweise vorgeschlagen wird. Im Paket „Auf, zum Kunden!“ bieten wir sogar an, die in ihrer Gesamtheit identifizierte Zielgruppe in 200er Adressschritten zu bearbeiten. Ergeben sich also im Einzugsraum des Unternehmens 5000 potenzielle Kunden, wickeln wir diese in Kleinschritten ab. Zur Umsetzung, beispielsweise Grafiker, Webdesigner, usw. können dann Personen aus dem jeweils eigenen Netzwerk herangezogen werden, oder producting team übernimmt auch diesen Bereich. So wie der/die SteuerberaterIn oder der/die BuchhalterIn.

Erfolgsmagazin:
Abschließend interessiert mich: Was sind Ihre einzigartigen Stärken, wenn Sie von einem Unternehmen temporär als Quarterback eingesetzt werden?
Typplt:
Meine analytischen Fähigkeiten, die Schnelligkeit des Verstehens eines Marktes und das kreative Potenzial. Sowohl im strategischen als auch klassisch kreativem Sinn. Basierend auf Ausbildung und langjähriger Erfahrung in Führungspositionen in Marktaufbauprojekten.
Red.

 

Mario Typplt

image Mario Typplt
Unternehmensberatung &
Produkt Marketing Agentur e.U.
Tel: +43 1 324 1000
mario.typplt@producting.at
www.producting.at
http://producting.unternehmerweb.at

Erschienen in der Erfolgsmagazinausgabe Jänner 2009

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Dieser Artikel wurde verfasst am Dienstag, Januar 27th, 2009 um 13:15.
Kategorie: Interviews, Leute & Meinungen, Marketing, Werbung & PR.

 

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