image Daniela Zeller: Ihr Vitamin A: Arbeit mit sich selbst im beruflichen Kontext.
Coaching ist eine sehr effiziente Methode, um Ressourcen und Potentiale gezielter im Geschäftsalltag und in Unternehmen nutzen zu können. Ziel ist es, diese Fähigkeiten und Kräfte in der gewünschten Situation optimal zu nutzen, um- und einzusetzen.

Eine wichtige Rolle nimmt das Coaching, ohne dass es Kompetenzbereiche der Unternehmensberatung übernimmt, bei Krisensituationen ein. Der Coach bringt in diesem Fall neutralere und weitere Perspektive ein. Er erarbeitet mit dem Unternehmen Lösungen und Zukunftsperspektiven. Immer öfter hört man in Zusammenhang mit Coaching: Systemisches Coaching.

Daniela Zeller, seit 10 Jahren Radio–Moderatorin – unter anderem beim Ö3-Wecker, ist neben ihrer Aktivität als diplomierte Sprecherin auch als Trainerin für Präsentations- und Sprechtechnik tätig. Außerdem arbeitet sie als Autorin. Derzeit schließt sie ihre Ausbildung als Systemischer Coach ab.
Erfolgsmagazin im Interview mit Daniela Zeller, Trainerin für Präsentations- und Sprechtechnik, Coach, Autorin und Moderatorin.

Erfolgsmagazin: Oft werden Training und Coaching in einem Atemzug genannt. Wie definieren sich Unterschiede dieser Bereiche?

Zeller: Coaching ist ein personenzentrierter Beratungs- und Betreuungsprozess, der zeitlich begrenzt ist und als „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu verstehen ist. Training ist ein Prozess, der verändernde Entwicklung hervorruft. Ich für mich definiere den Unterschied in aller Kürze folgendermaßen: Coaching schafft neue Erkenntnisse. Beim Training geht es darum, Fertigkeiten, über die der Kunde bereits verfügt, zu vertiefen.

Erfolgsmagazin: Sie selbst arbeiten mit Systemischem Coaching. Was heißt Systemisches Coaching eigentlich?

Zeller: Systemisches Coaching ist „Beratung ohne Ratschlag“ und immer lösungsorientiert. Eine Beziehung zwischen Coach und Coachee, in der der Coach die Verantwortung für die Gestaltung des Coachingprozesses übernimmt und der Coachee die inhaltliche Verantwortung. Also die Verantwortung, an seinem Problem zu arbeiten.
Erfolgsmagazin: Gibt es Unterschiede, die zwischen Systemischen Coaching und gängigen Coaching festzuhalten sind? Oder handelt es sich beim Systemischen Coaching lediglich um eine spezifischere Bezeichnung?


Zeller:
Beim Systemischen Coaching geht es nicht darum, den Coachee in eine bestimmte Richtung zu drängen, ihm eine Lösung zu verkaufen, oder zu etwas zu bewegen. Es geht vielmehr darum, mit ihm gemeinsam, eine für ihn maßgeschneiderte Lösung seines Problems zu erarbeiten.

Erfolgsmagazin: Bei diesem Ansatz spielt das so genannte Systemische Denken eine große Rolle. Was kann man sich darunter vorstellen?


Zeller:
Mir gefällt eine Definition von Heinz von Foerster sehr gut. Er bezeichnet diese Haltung als „Teil-der-Welt-Haltung“: Wir sind ein Teil des sozialen Systems, das wir beschreiben; und in dem wir handeln, beeinflussen wir stets das gesamte soziale System, an dem wir teilnehmen und teilhaben.

Das bedeutet: Unser Handeln hat IMMER eine Auswirkung – und wir sind dem Systemen, in denen wir uns bewegen, nicht hilflos ausgeliefert, wir sind vielmehr „Mitbestimmer“. Andererseits können wir an Systemen, an denen wir nicht teilhaben, auch nichts verändern.

Wir sind nicht Teil des Systems unseres Coachees, können seine Welt nicht für ihn verändern. Wir können aber sehr wohl unseren Teil dazu beitragen, dass der Coachee einen anderen Blick auf seine Welt bekommt – und dadurch etwas verändert.

Erfolgsmagazin: Was kann durch Einzelcoaching und/ oder Teamcoching in Unternehmen erreicht werden?

Zeller: Es gibt viele Gelegenheiten, in denen Systemisches Coaching hilfreich sein kann. Zum Beispiel am Arbeitsplatz. „Welchen Herausforderungen muss sich unser Unternehmen in den nächsten Jahren stellen?“, „Wie kann ich meine neue Situation innerhalb eines Teams bewältigen?“, „Wie kann ich aus dem Trott der letzten Jahre ausbrechen?“

Spannungsfelder können durch Coaching abgebaut, klarere Strukturen geschaffen werden, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Erfolgsmagazin: Wie beschreiben Sie Ihre Rolle als Coach, wenn Sie mit Unternehmern, Führungskräften und Mitarbeitern arbeiten?

Zeller: Beim Systemischen Coaching gehen wir davon aus, dass der Kunde die Lösung für sein Problem bereits in sich trägt. Ich als Coach bin quasi derjenige, der in einem dunklen Raum den Lichtschalter anmacht. Der Raum – die Möblierung etc. – ist derselbe, aber der Kunde sieht plötzlich mehr und klarer.

Erfolgsmagazin: Welche Erwartungen darf ein Unternehmer, der systemisches Coaching in sein Unternehmen einbindet nicht haben?

Zeller:

Dass der Coach den Coachee „zurechtcoacht“. Der Mitarbeiter wird nach dem Coaching derselbe Mensch sein wie vorher. – Er wird sich jedoch womöglich anders verhalten.

Erfolgsmagazin:

Welche Situationen oder Entwicklungen kann es in einem Unternehmer geben, wo Sie zielsicher Systemisches Coaching empfehlen?

Zeller: Coaching ist hilfreich, wenn

· sich in einem Unternehmen neue Teams bilden oder bilden sollen,

· ein Mitarbeiter neue Führungsverantwortung übernehmen soll,

· Fälle von Mobbing auftreten und

· in schwierigen Entscheidungsprozessen.

Coaching kann dazu beitragen, dass die einzelnen Menschen im Unternehmen sich aus sich selbst heraus motivieren, für sich klare Entscheidungen treffen.

Erfolgsmagazin: Effizienz ist vor allem in Unternehmen ein wichtiges Thema. Kann man Erfolge beim Systemischen Coaching festhalten?


Zeller:
Auf jeden Fall. Ein Mensch, ob Mitarbeiter oder Führungskraft, arbeitet effizienter, wenn er mit sich selbst und seinem Team besser klarkommt. Coaching kann für klare Strukturen sorgen. Klare Strukturen wiederum steigern die Effizienz.

Erfolgsmagazin: Welchen systemisch orientierten, persönlichen Tipp möchten Sie unseren LeserInnen in den Sommer mitgeben?


Zeller:
Übernehmen Sie die Verantwortung für sich und Ihr Leben. Ein kleines Gedankenspiel: Angenommen, wir befinden uns schon im Sommer 2009. – Wie sieht Ihr Idealzustand zu diesem Zeitpunkt aus? Welche ersten Schritte werden Sie unternommen haben, um dorthin zu gelangen?

red.

Erschienen in der Erfolgsmagazin Ausgabe Juli 2008

DANIELAZELLER

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Dieser Artikel wurde verfasst am Dienstag, Juli 15th, 2008 um 08:33.
Kategorie: Interviews, Leute & Meinungen.

 

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