Wenn im Titel dieser Ausgabe von gesunden Betrieben die Rede ist, stellt sich natürlich unwillkürlich die Frage, was man unter „Gesundheit“ einer Unternehmung versteht. Da kommen jedem – basierend auf Einstellung und Erfahrung – unterschiedliche Assoziationen in den Sinn: Keine Krisen, gute Auftragslage, hoher Gewinn, Kredite abbezahlt, tolle Mitarbeiter, funktionierendes Geschäftsmodell, innovative Ansätze, usw.
In der Medizin wird Gesundheit nicht als bloßes Gegenteil von Krankheit und Schmerz gesehen, sondern als allgemeines Wohlbefinden in physischer und psychischer Hinsicht. Umgelegt auf den Zustand von Unternehmen bedeutet das, dass die Gesundheit eines Unternehmens auch an mehreren Dimensionen ablesbar ist. – Wie eben in den eingangs erwähnten Assoziationen auch. Denn: Ein Unbehagen in Einzelbereichen kann zwar anfangs ohne Bedeutung sein. Langfristig kann dies jedoch zu einem „Krankheitsherd“ mit Auswirkungen auf die gesamte wirtschaftliche und/oder soziale Situation eines Unternehmens werden.
Die spätere „Konstitution eines Unternehmens“ wird natürlich bereits durch Entscheidungen bei der Gründung beeinflusst: Produkt- bzw. Dienstleistungsportfolio, Rechtsformwahl, Standortentscheidung, Geschäftsmodell, Wachstumsziele, Abgrenzung gegenüber Mitbewerbern, Preisgestaltung, Wahl der Marketingmittel, innere Struktur und Organisation, Lieferantenwahl sowie Festlegungen hinsichtlich der Eigentumsverhältnisse und Entscheidungsprozesse.
Mit dieser Auflistung (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) wird einem sehr schnell bewusst, dass es eine Fülle an Erfolgs- bzw. Misserfolgsfaktoren für die wirtschaftliche Selbstständigkeit gibt. Es wäre anmaßend, wenn man behaupten würde, dass man sämtliche dieser Faktoren bereits im Vorhinein wissen und planen könnte. Vieles wird einem erst durch das praktische Handeln bewusst. Und dennoch empfehlen Gründungsexperten das Schreiben eines Businessplanes, der genau diese Überlegungen in strukturierter Form beinhalten sollte. Ein schriftliches Unternehmenskonzept ist also nichts anderes, als eine Niederschrift von ohnehin notwendigen Überlegungen.
Ein vollständiger Businessplan ist zwar kein Garant für ein gesundes Unternehmen, aber er ist ein Zeichen dafür, dass man nicht vorsätzlich auf Aspekte der unternehmerischen „Vorsorge“ verzichtet hat. In der Praxis wird jedoch häufig ein solcher Verzicht in Kauf genommen. So erfreut sich immer noch das Prinzip von „Versuch und Scheitern“ großer Beliebtheit, vor allem wenn die Startinvestitionen niedrig sind. Je technologieorientierter und investitionsintensiver Gründungsprojekte sind, umso mehr Bedeutung wird auch dem Thema der vorherigen Planung und Recherche beigemessen.
Aufruf an ALLE GründerInnen
Erlauben Sie mir jedoch bitte einen Aufruf an ALLE GründerInnen: Eine gesunde Entwicklung Ihres Unternehmens beginnt bereits vor der Gründung. Umfangreiche Branchenkenntnisse, das Wissen um die rechtlichen Rahmenbedingungen, den Markt, die Konkurrenz und die eigenen Absatzpotentiale, sowie eine realistische Einschätzung der Kosten- und Ertragssituation müssen einfach vor dem Sprung ins „kalte Wasser“ entstanden sein.i2b & GO! stellt Ihnen daher Informationen und kostenlose Feedbacks zu Ihrem Geschäftskonzept zur Verfügung, damit der erste Schritt in eine erfolgreiche Zukunft nicht ausbleibt.
MMag. Christian Radauer
Erschienen in der Erfolgsmagazin-Ausgabe Juli 2008
i2b – ideas to business
Initiative zur Erstellung eines
Unternehmenskonzeptes
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Artikel “Gesunde Unternehmen: Vom Scheitel bis zur Sohle”