Wie sicher fühlen Sie sich?
Allgemein bedeutet Sicherheit: Ein Zustand, der frei von Risiken ist oder als gefahrenfrei angesehen wird. Menschen haben ein unterschiedliches Sicherheitsbedürfnis.
Entwicklungspsychologie
Aus der Forschung weiß man: Wie sicher man sich fühlt, hängt mit der einstigen Bindung zur ersten Bezugsperson zusammen. Es gibt eine so genannte kritische Periode während des ersten Lebensjahres eines Kindes. Die Dauer und Häufigkeit von engem liebevollem Körperkontakt mit den Bezugspersonen ist extrem förderlich für das Gefühl, sich sicher zu fühlen.
Grundbedürfnis Sicherheit
Der Theorie des Psychologen Abraham Maslow zufolge haben wir alle die gleichen grundlegenden Bedürfnisse. Diese bauen aufeinander auf.
Physiologische Bedürfnisse und Sicherheitsbedürfnisse haben Priorität und höchste Motivationskraft, solange sie unbefriedigt bleiben.
Sicherheit bedeutet nach Maslow:
- Stabilität
- Schutz der Existenz
- Gesetze und Grenzen
- Versicherungen
- Gesundheit
- Altersvorsorge
- Lebensplanung
- Ruhe
- Freiheit von Angst und Bedrohung.
Wir brauchen das Gefühl von Sicherheit, um Liebe, Freundeskreis, Kommunikation und Fürsorge entwickeln zu können. Erst dann sind wir imstande Selbstwertgefühl, Karriere, Wissen und das Bedürfnis nach Kunst zu erlangen. Das eigentliche Ziel ist Individualität, Talententfaltung und spirituelle Bedürfnisse.
Spannungsverhältnis Sicherheitsmaßnahmen
Einerseits sehnen wir uns nach größtmöglicher Sicherheit, andererseits wollen wir in weitgehender individueller Freiheit leben. Dies bedeutet gezwungener Maßen ein starkes Spannungsverhältnis. Aus Sicherheitsgründen müssen wir uns im Alltagsleben einer großen Zahl von Vorschriften und Einschränkungen unterordnen.
Andererseits setzen wir selbst viele Maßnahmen, um uns sicher zu fühlen. Das kann eine Vorsorgeversicherung, ein Anti-Virenprogramm oder die Alarmanlage im Haus sein.
Gewohnheit gibt Sicherheit
Menschen sind „Gewohnheitstiere“. Was uns vertraut ist, gibt uns Sicherheit. Wir wissen, wie etwas abläuft. Wir kennen die Spielregeln. Selbst wenn der Ablauf nicht optimal funktioniert, wiederholen wir ihn. Es erspart uns scheinbar Zeit und Energie.
Schein oder Sein?
„Die Entwicklung der eigenen Handlungsfähigkeit durch den Unternehmer ist eine entscheidende Voraussetzung für mittel- und langfristigen Unternehmenserfolg.“ (Kieschke & Schaarschmidt, 44. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie, September 2004).
Wenn man in alte starre Muster eingefahren ist, kann das zur Blockade für Neues führen. Das Festhalten an unbrauchbar gewordene Abläufe erfordert letztlich viel mehr Zeit und Energie. Dies führt oft nicht zum gewünschten Ergebnis.
- Die eigene Arbeitsweise zu hinterfragen erfordert Kreativität.
- Das eigene Firmenprofil zu hinterfragen erfordert Offenheit.
- Die eigene Lebensweise zu hinterfragen erfordert Mut.
Aber es macht Sinn.
Jede Weiterentwicklung bedeutet Leben.
Leben ist Energie. – Energie fließt.
Wer wünscht sich das nicht – auch bei den Verkaufszahlen?
Mag. Eva Tiefenböck (Brücke-Wien)
Erschienen in der Erfolgsmagazin-Ausgabe 15. Februar 2008

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Artikel “Menschen und ihr Streben nach Sicherheit.”