Die Global Edutainment Company GmbH ist ein europäisches Start-Up Unternehmen, das in Österreich von zwei Gesellschaftern gegründet wurde. Mag. Michael Hirschbrich MBA arbeitet seit vielen Jahren, als Unternehmensberater und Lektor in den Kernbereichen Marketing, Strategie und E-Business. Sein Partner, DI Andreas Schietz MBA, war viele Jahre im Management eines großen Energieversorgers, mit dem Schwerpunkt der Verbesserung der Wirtschaftlichkeit, tätig.
Mit xakasha möchten die zwei Gründer den Usern ermöglichen, sich auf neue Art zu präsentieren, und ihr Leben in seinen Ereignissen zu sichern, und so zu einem Netzwerk aus Lebenswegen beizutragen. xakasha erfüllt somit den Urwunsch des Menschen, Spuren im Weltgedächtnis zu hinterlassen.
Erfolgsmagazin im Interview mit Michael Hirschbrich, PR-Verantwortlicher bei xakasha.
Erfolgsmagazin: xakasha beinhaltet das Wort „akasha“. Leitet sich xakasha also von der Akasha-Chronik, dem Buch des Lebens, ab?
Hirschbrich: akasha-Chronik ist ein philosophisch besetzter Begriff. Wir sehen „akasha“, als in verschiedensten Kulturen verankerten Begriff, viel breiter und abstrakter. „akasha“ ist ein indischer Vorname und steht für eine Art „Weltgedächtnis“. Im Fall von xakasha eines, das sich aus der Summe der individuellen Erfahrungen von Menschen zusammensetzt. Wir verwenden den Begriff „akasha“ auch für den Lebensweg, den die User bei uns erstellen können. Auf xakasha lassen Menschen ihr Leben, Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft, auf einer 3D-Zeitlinie widerspiegeln und teilen ihre wichtigsten Ereignisse. Als Betrachter kann man durch diesen Lebensweg „surfen“. Wenn man möchte – auch in die Leben der Beteiligten eindringen.
Erfolgsmagazin: Aus „akasha“ wurde xakasha. Welche Bedeutung hat das x?
Hirschbrich: Das „x“ vor akasha steht für die Vernetzung der Lebenswege. Es kommt aus dem Englischen ‘to cross‘. Da das Ziel von xakasha, die Entstehung eines weltumspannenden Netzwerkes – bestehend aus einzelnen Lebenswegen und Ereignissen – ist, soll das ‚x‘ vor akasha genau dies repräsentieren.
Erfolgsmagazin: Wann und wie entstand eigentlich die Idee zu dieser Web 2.0 Community?
Hirschbrich: Die Idee zu xakasha entstand im Herbst 2006 als meine Frau zu unserer Tochter, Julia Akasha Sophia, schwanger war. Ich suchte einen Weg, dieses neue Leben zu dokumentieren. Nur eben auf meine Art. Meine Frau fing eines dieser „Mein neues Leben“-Tagebücher an zu verfassen. Ich dachte mir, warum gibt es noch keine wirklich guten Online-Autobiographien. Eine Website also, auf der man sein eigenes Leben oder das seiner Kinder, mit all seinen wertvollen Momenten, sichern und mit anderen teilen kann. Eine Seite, auf der man nicht bloß starre Profile liest, sondern eine, welche die technischen Möglichkeiten des Internets voll ausschöpft, und somit dem Erforschen der unterschiedlichen Lebenswege enorme Freude bereitet. Mein Partner, Andreas Schietz, war ebenfalls sofort gefesselt von dieser Vision. Gemeinsam entwickelten wir die Strategie zu dem Produkt, das wir heute vor uns sehen.
Erfolgsmagazin: Eine Idee zu haben ist die eine Sache, die Verwirklichung und die Aufbringung der finanziellen Mittel eine andere. Wie wurde die Startphase finanziert?
Hirschbrich: Die erste Entwicklungsphase von xakasha wurde einerseits mittels Privatinvestitionen durch uns zwei Gründer, Andi Schietz und mir, andererseits durch ein lokales Förderprogramm bewerkstelligt. Mittlerweilen konnten wir ein Konsortium aus wirklich erstklassigen Business-Angels zusammenstellen, unter anderem dabei der Werbeguru Rudi Kobza und XING-Gründer Lars Hinrichs. Zusammen stellen diese rund eine halbe Million Euro für die kommenden Monate und die erste beta-Wachstumsphase zur Verfügung.
Erfolgsmagazin: Wie haben Sie den Weg und Anknüpfungspunkt zu Geldgebern gefunden?
Hirschbrich: Sie brauchen ein klares Konzept der Produktdifferenzierung und einer neuartigen Nutzenstiftung. Es gibt zwar momentan so viel Geld, wie noch nie in unserem Markt, aber auch die Kriterien für Business-Angels und Venture Capitalists für einen Einstieg sind enorm gestiegen. Ich sehe Bodenhaftung, eine hohe Lernwilligkeit und enorme Einsatzbereitschaft, gepaart mit einem gesunden Selbstbewusstsein im Vermarkten der Vision, als Schlüssel zum Beteiligungskapital. Na, und dann wären da noch die operativen Erfolgsfaktoren, für die es jeden Tag neu zu kämpfen gilt: Ausgezeichnete Programmierer und Marketingfachleute, ein hoher Teamgeist und der gemeinsame Wille, ein großes Ziel zu erreichen. Dieser Mut, wirklich Großes schaffen zu wollen, ist bestimmt auch ein wichtiger Motor, den Geldgeber als Voraussetzung betrachten.
Erfolgsmagazin: Welchen Zeitraum können Sie für die gesamte Vorbereitungszeit festlegen. Also von der Idee, bis hin zu Finanzierungsgesprächen, Vertragsabschlüssen und der letztendlichen Umsetzung?
Hirschbrich: Da spricht schon ein wenig der Stolz aus mir: Wir haben ein irrsinniges Tempo vorgelegt. Nach Konkretisierung der Vision, Anfang 2007, begannen wir bereits im Mai zu programmieren. Anfang Oktober hatten wir unsere ersten Testuser im so genannten closed-beta-Betrieb. Finanzierungsgespräche, Bürosuche, Verträge, Mitarbeiteraufbau und all die anderen Dinge geschahen dabei immer parallel. Ich bin in diesem Zusammenhang sehr stolz auf meinen Partner Andi Schietz. Denn wir ergänzen uns fachlich ausgezeichnet. Stolz bin ich auch auf unser Team, das die Vision mitträgt, sich 100% mit dem Produkt identifiziert und enormen Einsatz über lange Zeiträume zeigt.
Erfolgsmagazin: Wie schaut das weitere Finanzierungsmodell bei xakasha aus? Gibt es Mitgliedsbeiträge oder sonstige Kosten, die dem User anfallen?
Hirschbrich: Die Nutzung von xakasha ist zurzeit kostenlos und wird – in den heute bekannten Features – auch so bleiben. Beginnend Mitte des kommenden Jahres planen wir, unseren Usern weitere Premium-Features anzubieten, für die wir einen kleinen monatlichen Betrag verrechnen werden. Die restliche Finanzierung wird über kreative Werbung laufen, die auch Spaß machen kann, sowie über optionale Zusatzservices. Auch in diesen beiden Bereichen versuchen wir, einen neuen Weg zu gehen.
Erfolgsmagazin: xakasha arbeitet mit einer ausgeprägten 3d Optik. Was sind weitere eindeutige Unterschiede zu bestehenden Communities?
Hirschbrich: Der auffallendste Punkt ist, dass xakasha den User in den Mittelpunkt aller Überlegungen stellt. Und nicht, so wie die meisten anderen Communities, nur deren Content. Der Mensch selbst, mit seinen wichtigen Ereignissen und Vernetzungen, steht im Zentrum und dies mit einem einfachen, aber genialen Ansatz. Die chronologische Anordnung der 3D-Zeitlinie, und vor allem das aktive „Surfen“ durch ein Leben, sind neue, und in gewisser Weise auch einzigartige Ansätze, die grafisch ästhetisch umgesetzt wurden. Poweruser können auf Wunsch einfach in einen 2D-Modus umschalten und so noch schneller die Lebenswege erkunden. Ereignisse lassen sich nicht nur per Computer erstellen, sondern von überall. Auf einfachste Weise mit dem Handy.
Erfolgsmagazin: Was ist DAS ausschlaggebende Argument für UserInnen sich an dieser Community zu beteiligen?
Hirschbrich: xakasha ermöglicht das Hinterlassen von persönlichen Spuren in einem weltumspannenden Netzwerk aus Lebenswegen (=akashas). Dies impliziert ein Bekenntnis zu qualitativem Content, als bewusste Positionierung gegen den mehrheitlich, inhaltlichen Nonsense alá Twitter. Weiters erkennt man darin die langfristige Orientierung unseres Produktes. Denn wir wollen die Leben unserer User begleiten und ein dauerhafter Partner werden, dem man seine Ereignisse, mittels aller Medien, zur Sicherung anvertrauen kann.
Erfolgsmagazin: Im Rahmen von Social Communities wird vieles, unter anderem Privates, Einstellungen, Werthaltungen usw. preisgegeben. Mittlerweile ist, die Beteiligung von Menschen an Communities, immer öfter, bzgl. möglicher negativen Auswirkung auf Berufsaussichten und Chancen, im Gespräch. Wie stehen Sie dieser aktueller werdenden Problematik gegenüber, private Informationen im Internet publik zu machen?
Hirschbrich: Wir überlassen es der Mündigkeit unserer User, was sie von sich selbst preisgeben möchten. Auch in diesem Bereich betreten wir Neuland. Denn unsere User definieren in fünf frei definierbaren Gruppen, wer welche Informationen, wann einsehen darf. Es gilt also dem User sinnvolle Werkzeuge in die Hand zu geben. Herr seiner Daten zu sein, ihn aber nicht zu belehren, was nun richtig sei, und was nicht. Mein persönlicher Zugang ist, in punkto Konsequenz von Social Communities für den Beruf, ein anderer: Denn in heutigen Bewerbungen sehe ich immer wieder das Widerspiegeln von diesbezüglicher Fachliteratur und Bewerbungswebsites. Es wird zunehmend schwerer, den wahren Menschen zu erfassen. Bei Bewerbungsgesprächen sitzen teils hoch trainierte, auf alle Fragen vorgebereitete Bewerber gegenüber, die einem kaum ihr wahres Ich zeigen. Mir persönlich ist Authentizität von Bewerbern – mit allen Stärken und Schwächen – wesentlich angenehmer, als dieser Business-Einheitsbrei, dem wir so stark ausgesetzt sind.
Persönlich sehe ich die Frage „Privacy“ zudem viel gelassener. Erinnern Sie sich an die Jahrtausendwende, als eine enorme Hysterie wegen angeblichen gigantischen Online-Kreditkartenmissbrauchs medial aufkeimte. Die Gefahr, von einem Taschendieb beklaut zu werden war schon immer tausendfach größer, als die, Opfer einer Internet-Kreditkarten-Spionage zu werden. Diese Tatsache verhinderte aber die Massenhysterie nicht. Und mit der so genannten „Privatsphären“-Debatte verhält es sich ähnlich. Wenn Sozialversicherung, Arbeitgeber oder der CIA sich tatsächlich für meine Baby-, Sponsions- und Partyfotos interessieren sollten, dann wünsche ich ihnen viel Vergnügen dabei.
Erfolgsmagazin: Wenn Sie den größten Nutzen und den tollsten Fun-Faktor von xakasha in 3 Punkten beschreiben, lautet das wie?
Hirschbrich: Erstens, sich selbst wirklich ästhetisch online präsentieren zu können. Zweitens, die Erstellung des 3D-Lebensweges auch mittels MMS Handy-Upload. Drittens: Das Vernetzen und Verlinken der eigenen Ereignisse, mit denen von den Menschen, die bei dem Ereignis dabei waren und die dieses somit in ihren virtuellen Lebensweg (=akasha) übernehmen können.
Erfolgsmagazin: Wie wird sich xakasha 2008 entwickeln? Welche Planungen gibt es?
Hirschbrich: Ein wichtiges Ziel für das kommende Jahr ist, das Vereinfachen des Importierens von Daten für unsere User. Schon bald soll man seine Fotos von Communities, wie Facebook oder Flickr, direkt einbinden können. Videos von Youtube sind bereits heute möglich. Wir arbeiten massiv an weiteren API´s und Widgets, überlegen dazu bei Open Social einzusteigen. 2008 widmen wir uns also voll und ganz unseren Usern, und wie wir ihren Komfort auf xakasha.com weiter erhöhen können.
Erfolgsmagazin: Wo sehen Sie xakasha 2010? Wie viele User werden diese Community nutzen?
Hirschbrich: Bis 2010 möchten wir der Community einen noch stärkeren kommunikativen Charakter geben. Das Einbinden von Interessensgruppen, Firmen und Organisationen ist eine Idee dazu. Mit dem Ziel, laufend neue oder verbesserte Features einzubauen, glauben wir, dass 5 Millionen User für 2010 eine erreichbare Größe ist. Wir wollen bis 2010 die weltweit stärkste Social-Community im Zeitsegment sein.
Erfolgsmagazin: Welches Leitmotto geben Sie den Erfolgsmagazinlesern, für das alte und das neue Jahr, mit auf Ihren Lebenspfad?
Hirschbrich: Das Leben besteht aus verschiedenen Räumen. Es sind die Leute in diesen Räumen, die unser Leben bestimmen. Jeder Moment im Leben prägt uns. Und es sind genau die Menschen, die einem dabei geholfen haben, der Mensch zu werden, der man ist. Gehen wir bewusst mit unserer Vergangenheit um. Respektvoll mit unserer Gegenwart. Und optimistisch mit unserer Zukunft
Erfolgsmagazin-Redaktion im Interview mit Michael Hirschbrich, PR-Verantwortlicher bei xakasha
Erschienen in der Erfolgsmagazin-Ausgabe 15. Dezember 2007

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